Bhutan - Schutz des Moschustiers vor dem Aussterben
Artenschutz ganzheitlich gedacht
Illegale Fallen, Wilderei und fehlende Einkommensmöglichkeiten bedrohen das Moschustier in Bhutan. Verschwindet diese Art, leidet der ganze Lebensraum im Hochland. Genau hier setzt das WWF-Projekt an: Es schützt die Tiere und ihre Lebensräume, klärt auf und unterstützt die Menschen vor Ort dabei, neue Einkommensquellen zu erschliessen, die nicht von Wilderei abhängen.
Der WWF Schweiz finanziert und begleitet weltweit Projekte zur Entfaltung der Natur, die auch den Menschen vor Ort zugutekommen. Diese Projekte werden zusammen mit den WWF-Büros in den Projektregionen geplant und umgesetzt. Alle Projekte basieren auf erprobten Standards, und es wird regelmässig geprüft, wie wirksam sie sind.
Das WWF-Projekt in Bhutan verfolgt das Ziel, die Moschustiere und ihre Lebensräume im Hochland langfristig zu erhalten und damit die Stabilität der gesamten Ökosysteme zu sichern. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, die Wilderei wirksam zu reduzieren, indem ihre ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Ursachen gezielt angegangen werden.
Bis 2029 soll der Druck durch Wilderei in wichtigen Lebensräumen um mindestens die Hälfte sinken. Damit wird die Grundlage für stabile Moschustierbestände und funktionierende Ökosysteme geschaffen.
Ein zentraler Bestandteil ist es, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung alternative Einkommensmöglichkeiten zu schaffen. So entstehen Perspektiven, die langfristig tragen und nicht auf Wilderei angewiesen sind.
Ergänzend stärkt das Projekt das Bewusstsein für den Wert der Biodiversität und fördert die Zusammenarbeit zwischen lokalen Gemeinschaften, Behörden und Schutzorganisationen, um tragfähige Strukturen für den Naturschutz zu verankern.
Übernutzung, Klimakrise und invasive Pflanzenarten
Die wichtigen Quellgebiete von Boland und Groot Winterhoek sind bedroht – nicht nur durch Übernutzung und die Klimakrise, sondern auch durch invasive Pflanzenarten wie Akazien, Pinien und Eukalyptus. Zwei Drittel der Fläche sind bereits von diesen Arten besiedelt.
Diese exotischen Bäume verbrauchen bis zu 20 Prozent mehr Wasser als einheimische Arten. Damit entspricht ihr Wasserverbrauch dem Bedarf Kapstadts für zwei Monate – jedes Jahr.
Zudem verdrängen sie das artenreiche Fynbos-Ökosystem, das über 9000 Pflanzenarten beherbergt, von denen rund 6200 ausschliesslich in dieser Region vorkommen. Die Folgen: Artensterben, Bodenerosion und heftigere undgefährlichere Waldbrände.
Was sind Moschustiere?
Moschustiere (Gattung Moschus) sind scheue, einzelgängerische Tiere, die in den gebirgigen Regionen Asiens von Sibirien bis in den Himalaya vorkommen. Obwohl Moschustiere streng geschützt sind, gehören sie zu den am häufigsten gewilderten und damit zu den am stärksten gefährdeten Wildtieren in Bhutan. Sie leben in Wäldern und alpinen Strauchlandschaften auf 2’800 bis 4’100 Metern. Alle sieben Arten gelten als stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Zwei davon leben in Bhutans Hochlagen – scheu, nachtaktiv und ökologisch bedeutsam.
Was ist Moschus?
Moschus ist ein stark duftender Stoff, der von erwachsenen männlichen Moschustieren in einer speziellen Duftdrüse produziert wird. Während der Paarungszeit dient er dazu, Weibchen anzulocken. Seit Jahrhunderten wird Moschus in Parfüms sowie in der traditionellen Medizin wegen seiner angeblich heilenden Wirkung verwendet. Die hohe Nachfrage hat Moschustiere zu einem begehrten Ziel der Wilderei gemacht – mit gravierenden Folgen für ihren Bestand.
Wilderei und ihre Folgen
Obwohl Moschustiere streng geschützt sind, zählen sie zu den am häufigsten gewilderten Wildtieren und sind in Bhutan stark vom Aussterben bedroht. Vor allem männliche Tiere werden wegen ihres Moschus gejagt. Die eingesetzten Schlingfallen sind jedoch nicht selektiv. Deshalb geraten auch viele Weibchen und Jungtiere sowie andere gefährdete Arten wie Rote Pandas, Leoparden, Tiger und Schneeleoparden hinein und sterben oft qualvoll.
Wie gravierend das Problem ist, zeigen die Zehntausenden Schlingfallen, die in den letzten zehn Jahren beschlagnahmt wurden.
Unsere Lösungen
Der WWF Bhutan setzt gemeinsam mit lokalen Partnern einen vielschichtigen Schutzansatz um, von dem seltene Arten wie das Moschustier profitieren. In Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und der Regierung sollen Wilderei langfristig eingedämmt und die Lebensräume der Tiere gesichert werden. Dabei werden ökologische Risiken sowie soziale und wirtschaftliche Ursachen gezielt mit einbezogen.
Unsere Projektziele
Das WWF-Projekt in Bhutan verfolgt das Ziel, die Moschustiere und ihre Lebensräume im Hochland langfristig zu erhalten und damit die Stabilität der gesamten Ökosysteme zu sichern. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, die Wilderei wirksam zu reduzieren, indem ihre ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Ursachen gezielt angegangen werden.
Bis 2029 soll der Druck durch Wilderei in wichtigen Lebensräumen um mindestens die Hälfte sinken. Damit wird die Grundlage für stabile Moschustierbestände und funktionierende Ökosysteme geschaffen.
Ein zentraler Bestandteil ist es, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung alternative Einkommensmöglichkeiten zu schaffen. So entstehen Perspektiven, die langfristig tragen und nicht auf Wilderei angewiesen sind. Ergänzend stärkt das Projekt das Bewusstsein für den Wert der Biodiversität und fördert die Zusammenarbeit zwischen lokalen Gemeinschaften, Behörden und Schutzorganisationen, um tragfähige Strukturen für den Naturschutz zu verankern.