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Farbige T-Schirts auf Kleiderbügeln
Mein Fussabdruck

Konsum: Tipps und häufig gestellte Fragen rund um die Umweltbelastung durch unser Kaufverhalten

Mein Fussabdruck: Konsum

Unsere Kaufentscheidungen haben einen grossen Einfluss auf die Umwelt. Denn die Herstellung von Waren und die Bereitstellung von Dienstleistungen benötigen meist viel Energie und Rohstoffe. Was können Sie tun, um Ihren ökologischen Fussabdruck zu verkleinern?

Wie wichtig ist Recycling? Wie sinnvoll sind «Unverpackt»-Läden? Und ist Secondhand-Kleidung gut für die Umwelt? Die Antworten auf diese und andere Fragen, haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Konsum: Die häufigsten Fragen

Hier finden Sie Antworten:

Wie lebe und konsumiere ich nachhaltig?

Mit einem achtsamen und respektvollen Umgang gegenüber der Natur, Ihren Mitmenschen und den Tieren. Nachhaltiges Leben heisst, die Grenzen unseres Planeten zu berücksichtigen und sparsam mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Denn oft ist man mit weniger Ressourcen gleich zufrieden und spart ausserdem Geld. Das nennt man Suffizienz.

Wie wichtig ist Recycling?

Der Nutzen von Recycling wird allgemein viel höher eingeschätzt, als er tatsächlich ist. Den grössten Einfluss auf die Umwelt haben die Mobilität, das Heizen und die Ernährung.

Separates Recycling macht dann Sinn, wenn dadurch nicht zusätzliches CO2 freigesetzt wird. Zum Beispiel: Die Produktion einer neuen 1,5-Liter-Flasche aus PET führt zum Ausstoss von etwa 100 g CO2-Äquivalenten (CO2-eq). Mit einem effizienten Recycling verursacht die Produktion einer neuen Flasche nur noch etwa 20 g CO2-eq. Es können pro Flasche also im Idealfall 80 g CO2-eq eingespart werden.

Aber: Fahre ich mit dem Auto einen Umweg von total vier Kilometern zur Recyclingstelle, um zwölf PET-Flaschen zu entsorgen, so werden pro Flasche etwa 60 g CO-eq freigesetzt. Die CO2-Einsparung durch das Recycling würde also nahezu aufgehoben. Und wenn ich die PET-Flaschen auch noch warm ausspüle, gehen gleich noch einmal 20 g CO2-eq Einsparung verloren.

Bei Gebrauchsgegenständen sind Grundsatzüberlegungen vor dem Kauf viel bedeutender als Recycling: Benötige ich dieses Produkt überhaupt? Benutze ich das neue Produkt auch längerfristig? Kaufe ich ein Produkt, das langlebig ist? Auch stellt sich die Frage: Kann ich es ausleihen oder mieten statt kaufen?

Wie sinnvoll sind «Unverpackt»-Läden?

Die Verpackungsthematik beschäftigt sehr viele umweltbewusste Leute und geniesst auch in den Medien eine grosse Aufmerksamkeit. Allerdings ist das Thema sehr vielschichtig, und eine einfache Antwort aus ökologischer Perspektive nicht möglich. Denn vorausgesetzt, die Plastikverpackungen werden gesammelt und fachgerecht entsorgt, wie das in der Schweiz mehrheitlich der Fall ist, ist der Umwelteinfluss der Verpackungen vergleichsweise gering. Aus Umweltperspektive ist es sehr viel relevanter, wie das Produkt hergestellt (zum Beispiel biologisch) und transportiert (kein Flugtransport!) wird, als wie es verpackt ist und ob dessen Verpackung rezykliert wird.

Bei der Lebensmittelbereitstellung ist der Anteil der Verpackung an der Umweltbelastung sehr gering. Somit ist auch die Ersparnis beim Kauf von Grosspackungen im Vergleich zu Individualpackungen gering. Der Gang in den «Unverpackt»-Laden lohnt sich nur dann, wenn dort ökologisch hochwertigere Produkte gekauft werden können. Oder wenn damit Foodwaste vermieden wird, weil man genau die Menge Nahrungsmittel kaufen kann, wie man effektiv braucht. Der ökologische Vorteil des verpackungsfreien Einkaufs verpufft aber schnell, wenn die Einkäuferinnen und Einkäufer dafür eine zusätzliche Strecke mit dem Auto zurücklegen.

Was ist besser für den Fussabdruck: Secondhand-Kleidung oder Kleidung aus Biobaumwolle?

Wenn man sich damit wohlfühlt, sind Secondhand-Kleider besser. Weil die Produktion bei einem bestehenden Produkt wegfällt, belastet es die Umwelt nicht zusätzlich. Kontraproduktiv ist der Kauf eines Secondhand-Kleidungsstücks, wenn ich dafür deutlich grössere Distanzen im Privatauto zurücklege als für einen Neukauf.

Wie für alle Produkte gilt: Je länger sie genutzt werden, desto besser. Denn die grösste Umweltbelastung entsteht in der Regel während der Produktion. Baumwolle zum Beispiel benötigt in der konventionellen Produktion viel Pestizide und Düngemittel.

Wenn ich lieber neuwertige Kleider kaufen möchte, sollte ich Bioprodukte wählen. Damit trage ich dazu bei, dass Bio-Kleidung in grösserer Menge und Vielfalt und in besserer Qualität produziert wird.

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Die "Buyerarchy of Needs" von Sarah Lazarovic

Sind Bambus-Zahnbürsten wirklich ökologischer als solche aus Plastik?

Bambus ist ein idealer Rohstoff, leicht verfügbar und hochwertig: Die Pflanze wächst extrem schnell. Damit ist Bambus als nachwachsender Rohstoff ein idealer Ersatz für Plastik, für dessen Produktion Erdöl nötig ist. Denn Bambus ist im Gegensatz zu Erdöl CO2-neutral.

Ideal sind Bambus-Produkte dann, wenn sie aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern gewonnen werden. Ob der Bambus in den gekauften Alltagsgegenständen nachhaltig aus den Wäldern geholt wurde, erkennt man am FSC-Label.

Ist der Panda dadurch bedroht?

Der Grosse Panda frisst in der Tat fast nur Bambus – davon aber Unmengen: Es sind bis zu 40 Kilo pro Tag! Würden in Gebieten, wo Pandas leben, Bambuswälder rücksichtslos abgeholzt, wäre das für das Überleben der Pandas tatsächlich eine Bedrohung. Denn damit verlöre der Panda nicht nur seine Futterquelle, sondern auch gleich seinen Lebensraum. Allerdings: Bambus wächst nicht nur in China, wo die letzten freilebenden Pandas zu Hause sind, sondern auch in vielen anderen Ländern in Tropen und Subtropen.

Ist auswärts essen klimafreundlich?

Es kommt darauf an. Schon allein der Bau, das Heizen und Kühlen von Restaurants und Kantinen ist energieintensiv. Auch führt der ständige Vorrat an frischen und gefrorenen Zutaten für eine abwechslungsreiche, umfangreiche Menükarte oft zu unnötiger Lebensmittelverschwendung (Foodwaste).

Gastrobetriebe, welche die eingesetzten Nahrungsmittel sinnvoll verwerten können und schmackhafte, pflanzenbasierte Menüs anbieten, schneiden daher bezüglich Umweltbelastung besonders gut ab.

Zu Hause kommt es tendenziell häufiger vor, dass wir durch ungeschickte Planung oder missglückte Kochversuche Lebensmittel wegwerfen. Dies obwohl wir hier gut auch mal Resten vom Vortag auftischen oder zur Arbeit mitnehmen können.

Fazit: Wer gerne auswärts isst und kein Flair fürs Kochen hat, ist mit einem umweltfreundlichen Restaurant sehr gut bedient. Für eine grosse Auswahl ökologischer Restaurants siehe Goutmieux.ch.

Welche Hobbys sind umweltfreundlich, welche umweltschädlich?

Umweltfreundliche Hobbys kommen ohne motorisierte Geräte und allgemein mit wenig spezieller Ausrüstung aus. Die Anreise erfolgt zu Fuss, per Velo oder mit dem öffentlichen Verkehr. Beispiele dafür sind Wandern, Gärtnern, Yoga, Ballsport in der Turnhalle oder auf gemeinschaftlich genutzten Grünflächen, Lesen und sogar TV schauen oder Videogamen.

Umweltschädlich sind hingegen insbesondere Hobbys, für welche fossile Treib- oder Brennstoffe verbrannt werden. Beispiele dafür sind Auto- oder Töffausfahrten, Heliskiing oder Wellness in Pools, die mit Erdgas oder Erdöl beheizt werden.

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