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Verschiedene Früchte und Gemüse
Mein Fussabdruck

Ernährung: Tipps und häufig gestellte Fragen rund die Umweltbelastung durch Lebensmittel

Mein Fussabdruck: Ernährung

Wir essen und trinken jeden Tag. Und können somit jeden Tag etwas für die Umwelt tun: Ein Drittel der konsumbedingten Umweltbelastungen in Europa geht auf das Konto unseres Essens. Was können Sie tun, um Ihren ökologischen Fussabdruck zu verkleinern?

Wieso trägt pflanzliche Ernährung dazu bei, den Fussabdruck zu reduzieren? Ist in Plastik verpacktes Biogemüse umweltschädlicher als unverpacktes Gemüse aus der Region? Und wie kann ich Lebensmittelverschwendung vermeiden? Die Antworten auf diese und andere Fragen haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Ernährung: Die häufigsten Fragen

Hier finden Sie Antworten:

Welches sind die wichtigsten Aspekte einer umweltfreundlichen Ernährung?

Wenn Sie Ihre Ernährung umweltfreundlicher gestalten wollen, erreichen Sie am meisten, wenn Sie Ihre Gewohnheiten in dieser Reihenfolge anpassen:

  • Umstellung von tierischer auf weitgehend pflanzliche Ernährung,
  • Lebensmittelverschwendung vermeiden,
  • Bioprodukte statt herkömmliche Produkte kaufen,
  • Keine Lebensmittel kaufen, die mit Flugtransport importiert wurden,
  • Keine Lebensmittel kaufen, die in fossil beheizten Gewächshäusern gewachsen sind.

Unsere Online-Ratgeber unterstützen Sie bei Ihren Kaufentscheidungen und helfen Ihnen nachhaltig zu konsumieren.

Wieso trägt vegane/vegetarische Ernährung dazu bei, den Fussabdruck zu reduzieren?

Von allen Nahrungsmitteln, die in der Schweiz auf dem Teller landen, belasten Fleisch und Milchprodukte die Umwelt am stärksten. Die Herstellung von Fleisch, Milch, Käse und Eiern ist in der Schweiz etwa für die Hälfte der Umweltbelastungen durch Ernährung verantwortlich. Die zweite Hälfte wird durch die Herstellung aller übrigen Nahrungs- und Genussmittel sowie deren Transport, Vertrieb und Verpackung verursacht.

Allein die Produktion von einem Kilogramm Fleisch verbraucht 5 bis 20 Kilogramm Futter. Dementsprechend ist ein Mehrfaches an Fläche und Energie im Vergleich zu pflanzlichen Produkten nötig.

Stellt eine Schweizerin oder ein Schweizer mit durchschnittlichem Fleischkonsum auf vegetarische Ernährung um, reduziert sich der Fussabdruck der Ernährung um etwa 25 Prozent, bei Umstellung auf eine vegane Ernährung sogar um 35 bis 40 Prozent. Es ist klar, dass eine nachhaltige Umstellung der Ernährungsgewohnheiten Zeit braucht und dass Werte wie Genuss, Bequemlichkeit und Gesundheit dafür zentral sind. Meist macht es Sinn, eine Umstellung entspannt anzugehen, Menü für Menü neues auszuprobieren und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Ernährungsstile und ihre Auswirkungen auf die Umwelt pro Person und Jahr

Grafik Ernährungsstile

Quelle: ESU-services 2015

Wie relevant ist die Plastikverpackung von Früchten/Gemüsen?

Der Inhalt ist klar wichtiger als die Verpackung, denn die Umweltbelastungen bei der Produktion von Plastik sind gering, oft sogar vernachlässigbar. Die grösste Umweltbelastung verursacht das Produkt selbst. Plastik wird erst zum Problem, wenn es unsachgerecht in der Natur entsorgt wird. Plastik gehört unbedingt in den Abfall oder in eine Recyclingtonne.

Auch wenn das im ersten Moment etwas seltsam anmuten mag, kann eine in Plastik verpackte Gurke sogar ökologische Vorteile haben, da dadurch zum Beispiel die Haltbarkeit erhöht wird und so Foodwaste verringert werden kann.

Wie schaffen wir es, den Foodwaste zu verkleinern?

In der Schweiz entstehen pro Jahr rund zwei Millionen Tonnen vermeidbarer Lebensmittelmüll – ein Drittel der für die Schweiz produzierten Nahrungsmittel und täglich rund 300 Gramm pro Person. Das entspricht fast einer vollständigen Mahlzeit.

Der Verlust startet schon auf dem Feld, wenn die Lebensmittel die Qualitätsstandards nicht erreichen. Beispielsweise können Kartoffeln, die zu klein, zu gross oder zu unförmig sind, nicht verkauft werden. Später im Laden müssen Nahrungsmittel entsorgt werden, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben. Die grössten Lebensmittelverluste – etwa die Hälfte – fallen aber zum Schluss bei den Endkonsumenten an. Ein bewusster Umgang mit Nahrungsmitteln von jeder und jedem Einzelnen kann daher die Umweltbelastung stark senken.

Was Sie tun können: Kaufen Sie bewusst ein und überlegen Sie sich im Voraus, welche und wie viele Lebensmittel Sie tatsächlich benötigen. Auch Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bereits abgelaufen ist, können oft noch bedenkenlos konsumiert werden. Aber Vorsicht: Das gilt nicht beim «Verbrauchen bis»-Datum.

Erfahren Sie mehr zu Foodwaste.

Ist es gut, preislich reduzierte Lebensmittel zu kaufen, um Foodwaste zu vermeiden?

Generell ist es nicht falsch, kurz vor dem Ablaufdatum stehende Lebensmittel zu kaufen, damit sie nicht im Laden in der Mülltonne landen.

Stellen Sie sich jedoch auch die Frage, ob Sie das Produkt grundsätzlich als sinnvoll erachten. Frische, vorgeschälte Früchte zum Beispiel sind problematisch, weil sie viel schneller als Ungeschälte verderben. Es ist besser, sie im Laden liegen zu lassen, damit der Hersteller wegen der geringeren Nachfrage längerfristig weniger davon herstellt und der Laden sie nicht mehr anbietet.

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