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Fünf Planeten Erde nebeneinander
Mein Fussabdruck

Tipps und häufig gestellte Fragen zu Ernährung, Konsum, Mobilität und Wohnen & Energie

Unsere Spuren in der Umwelt

Wir alle hinterlassen in unserem Alltag Spuren in der Umwelt, unseren ökologischen Fussabdruck. Doch was ist dieser Fussabdruck oder Footprint, wie er auf Englisch heisst, überhaupt? Was berechnet der WWF-Footprint-Rechner genau? Und was kann ich tun, um meinen persönlichen Fussabdruck so klein wie möglich zu halten?

Jeder Mensch hinterlässt einen ökologischen Fussabdruck, der aussagt, wie viele Treibhausgase wir mit unserem Lebensstil ausstossen. Wie gross dieser Footprint ist, hängt von unserem Verhalten ab: von unserer Ernährung, unserem Konsumverhalten und der Art, wie wir uns fortbewegen und wie wir wohnen.

Hier finden Sie häufig gestellte Fragen zu den Themen Ernährung, Konsum, Wohnen & Energie und Mobilität, und gleich auch Tipps, wie Sie Ihren ökologischen Fussabdruck verkleinern können. Und natürlich den WWF-Footprint-Rechner, mit dem Sie Ihren persönlichen Fussabdruck ermitteln können.

Über den Footprint

Noch Fragen? Alles, was Sie über den ökologischen Fussabdruck wissen müssen, haben wir hier für Sie zusammengetragen:

Was ist der ökologische Fussabdruck?

Jeder Mensch hinterlässt mit seiner Lebensweise seine Spuren auf der Erde. Der ökologische Fussabdruck gibt an, wie viele Rohstoffe wir konsumieren und wie viele Schadstoffe wir mit unserem Konsum verursachen. Häufig wird dieser Footprint in Planeten angegeben: Der Vergleich illustriert auf einfache Weise, wie sehr wir Menschen mit unserem momentanen Konsumverhalten die Ressourcen der Erde übernutzen und die Regenerationsfähigkeit der Natur überfordern.

Der Fussabdruck lässt sich für die Welt, für Länder und für jede und jeden Einzelnen berechnen. Wie gross der persönliche CO2-Footprint ist, hängt von unserem Verhalten ab: von unserer Ernährung, unserem Konsumverhalten und der Art, wie wir uns fortbewegen und wie wir wohnen.

Global gesehen verbraucht die Menschheit die Ressourcen von rund 1,7 Erden (Stand 2019), wir Schweizerinnen und Schweizer sogar die von drei Erden. Gemeinsam können wir unseren Fussabdruck reduzieren: Wir haben es in der Hand, unseren Konsum zu überdenken – und so die Ressourcenverschwendung zu verringern.

Was ist der WWF-Footprint-Rechner?

Der WWF-Footprint-Rechner ist ein Online-Tool, mit dem Sie Ihren persönlichen ökologischen Fussabdruck ermitteln können. Mit Fragen zu den Themen Ernährung, Mobilität, Konsum und Wohnen & Energie zeigt Ihnen der Footprint-Rechner auf einfache Weise, welchen Treibhausgasausstoss Ihr Lebensstil verursacht. Zu jedem Bereich erhalten Sie ausserdem relevante Tipps, wie Sie umweltfreundlicher leben und Ihren Footprint reduzieren können.

An wen richtet sich der Footprint-Rechner?

Der Footprint-Rechner berechnet ungeschminkt, wie umweltfreundlich sich jede und jeder in seinen Lebensumständen verhält. Wer also wissen möchte, wie nachhaltig er sich durch sein Leben bewegt, bekommt mit dem Footprint-Rechner nicht nur diese Frage beantwortet, sondern auch, auf welchen Gebieten sie oder er sich verbessern kann.

Der Footprint-Rechner richtet sich damit an all jene, die wissen wollen, wie nachhaltig sie sich verhalten und die mit einem ökologischeren Verhalten dazu beitragen möchten, dass eine intakte Natur, die Artenvielfalt und überhaupt die Erde als lebenswerter Ort auch für kommende Generationen erhalten bleibt.

Wie werden die Werte im Footprint-Rechner berechnet?

Der Footprint-Rechner orientiert sich am Schweizer Durchschnitt konsumierter Güter und Dienstleistungen, beziehungsweise dem damit verbundenen globalen Ressourcenverbrauch und Schadstoffausstoss. Pro gegebene Antwort wird ermittelt, ob, und wie stark die Antwort über oder unter dem Schweizer Durchschnitt liegt. Die so berechneten Werte werden zusammengezählt und ergeben das individuelle Bild der konsumbedingten Umweltbelastungen. Dieses Ergebnis wird dann mit den theoretisch langfristig zur Verfügung stehenden Kapazitäten verglichen und so die Aussage gemacht: «Würden alle Leute so leben wie Sie, bräuchten wir X Planeten.»

Die Schweizer Durchschnittswerte und Abweichungen je nach Antwort wurden basierend auf Lebenszyklusanalysen von unabhängigen Ökobilanz-Experten (ESU-services) berechnet. Die globalen Vergleichswerte (Fussabdruck und Biokapazität) wurden vom Global Footprint Network erarbeitet.

Was ist der Overshoot Day?

Ab dem «Overshoot Day» hat eine Gesellschaft ökologisch betrachtet über ihre Verhältnisse gelebt: Sie hat mehr natürliche Ressourcen verbraucht, als ihr zustehen, und mehr Schadstoffe ausgestossen, als die Ökosysteme innert eines Jahres abbauen können. Es handelt sich also um ein Datum, das aus den konsumbedingten Umweltbelastungen und dem natürlichen Regenerationspotenzial errechnet wird.

Der Overshoot Day wird sowohl für einzelne Länder wie auch für die ganze Welt ermittelt. 2020 war der Swiss Overshoot Day am 8. Mai und der Earth Overshoot Day am 22. August 2020.

Berechnet wird der Overshoot Day von der Organisation Global Footprint Network, indem der globale oder länderspezifische ökologische Fussabdruck ins Verhältnis zur gesamten globalen Kapazität gesetzt wird.

Verschiebt sich durch die Coronakrise das Datum des Earth Overshoot Day?

Ja, gegenüber 2019 um rund drei Wochen. 2019 war der Earth Overshoot Day bereits am 29. Juli. Je später der Tag im Jahr, desto besser. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass eine Verschiebung des Datums nach hinten mit erwünschten Systemänderungen erreicht werden muss und nicht mit Katastrophen.

Um die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Earth Overshoot Day zu berücksichtigen, hat das Global Footprint Network für dieses Jahr aktuelle Daten in ihre Berechnungen einfliessen lassen. Die Daten führen zu der Annahme, dass sich der globale ökologische Fussabdruck im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 9,3 Prozent verringert hat. Dies würde bedeuten, dass die Menschheit immer noch die Ressourcen von 1,6 Erden benötigt. Zum Vergleich: 2019 waren es 1,7 Erden.

Was ist der «Rebound-Effekt»?

Der Rebound-Effekt ist ein menschliches Verhalten, das viele Verbesserungen im Umweltbereich wieder zunichtemacht. Gibt es auf einem Gebiet einen Fortschritt zu mehr Energieeffizienz, dann müsste das eigentlich zu einem tieferen Stromverbrauch führen. Oft passiert aber das Gegenteil, weil wir achtloser mit den Ressourcen umgehen.

Ein Beispiel von vielen ist die LED-Lampe: Wir schrauben statt einer stromfressenden Glühbirne eine sparsame LED in die Lampe, lassen danach aber das Licht gedankenlos brennen: Der Stromverbrauch ist ja gering und kostet praktisch nichts.

Der Rebound-Effekt ist also wie ein Pendel, das zurückschwingt. Der Effizienzgewinn macht uns nachlässig und scheint uns förmlich zur Verschwendung zu animieren.

Gegen die eigenen Rebound-Effekte anzukämpfen, ist nicht einfach. Machen Sie sich Ihr Verhalten bewusst, und seien Sie ehrlich zu sich selbst. Wenn Sie sich für gute Umwelttaten belohnen möchten, denken Sie sich eine umweltverträgliche Belohnung aus. So halten Sie Ihr moralisches Umwelt-Milchbüechli immer im grünen Bereich.

Was bedeutet «CO2-Äquivalente» und «CO2-eq»?

Kohlendioxid oder CO2 ist ein klimaschädliches Gas, welches wir Menschen beim Verbrennen von Kohle, Erdgas und Erdölprodukten wie Plastik, Benzin und Diesel in unvorstellbaren Mengen freisetzen. Es ist das häufigste, aber nicht das schädlichste Klimagas. Methan zum Beispiel belastet das Klima über 100 Jahre betrachtet 30-mal mehr als CO2.

Um die Erwärmungswirkung verschiedener Gase im Vergleich zu beziffern, wurde die Einheit CO2-Äquivalent eingeführt. Wenn nun zum Beispiel berechnet wird, wie schädlich die Produktion von Rindfleisch fürs Klima ist, können die Belastungen von CO2 und Methan in einer Zahl ausgedrückt werden, eben in CO2-Äquivalenten. Üblicherweise wird die Schreibweise CO2-eq verwendet, sie leitet sich von der englischen Schreibweise CO2-equivalents ab. Oft spricht man aber vereinfacht von CO2-Ausstoss, meist sind damit die anderen Klimagase mitgemeint.

Was kann ich selbst zum Klimaschutz beitragen?

Wir stossen in vielen unterschiedlichen Bereichen CO2 aus und vergrössern damit unseren Fussabdruck. Mit nur vier Änderungen im Verhalten können Schweizerinnen und Schweizer auf privater Ebene eine enorme Verbesserung ihres Fussabdrucks erreichen. Sie können 38 Prozent* des persönlichen Konsum-Fussabdrucks vermeiden, wenn Sie folgende vier Tipps beherzigen:

  • Machen Sie Ferien in der Schweiz oder im nahen Ausland. Reisen Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln an den Ferienort statt mit dem Flugzeug.
  • Arbeiten Sie im Home-Office oder steigen Sie vom Benziner aufs Velo und den ÖV um.
  • Ersetzen Sie Ihre Öl- oder Gasheizung mit einer Solar-, Wärmepumpen- oder Holzheizung oder animieren Sie Ihren Vermieter, dies zu tun.
  • Stellen Sie Ihre Essgewohnheiten um, auf fleischlose Ernährung oder auf einen Speisezettel mit höchstens 300 Gramm Fleisch pro Woche.

Wer eine substanzielle Verbesserung fürs Klima erreichen will, muss also in diesen Punkten aktiv werden. Man lässt sich leicht täuschen. Das Trennen von Abfällen fürs Recycling und andere ökologisch motivierten Taten sind zwar wichtig, verringern den CO2-Fussabdruck nur begrenzt.

Da ein grosser Teil des persönlichen Fussabdrucks durch gesellschaftliche Entscheide bestimmt wird, ist die Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen eine fünfte Möglichkeit, den eigenen Fussabdruck und den unserer Mitmenschen positiv zu beeinflussen.

Mehr Tipps lesen Sie hier: 10 Umwelttipps für Privatpersonen

*Die hier angegebenen Werte sind Durchschnittswerte für die Bevölkerung der Schweiz.

Swisscom

Swisscom unterstützt als Partnerin den WWF-Footprint-Rechner und die WWF-Ratgeber-App.