©
©
Heizkörper in einer Wohnung
Mein Fussabdruck

Wohnen & Energie: Tipps und häufig gestellte Fragen rund um die Umweltbelastung zu Hause

Mein Fussabdruck: Wohnen & Energie

Unsere modernen Wohnungen und Häuser belasten die Umwelt stark: Rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen in der Schweiz entfallen alleine aufs Heizen. Was können Sie tun, um Ihren ökologischen Fussabdruck zu verkleinern?

Wann lohnt sich aus Umweltsicht der Ersatz von Haushaltsgeräten? Wie heize ich am umweltfreundlichsten? Und wie schädlich ist denn Streaming für unseren Planeten? Die Antworten auf diese und andere Fragen haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Wohnen & Energie: Die häufigsten Fragen

Hier finden Sie Antworten:

Wie kann ich sicher sein, dass aus meiner Steckdose tatsächlich Ökostrom fliesst?

Können Sie nicht. Auch wenn Sie Ökostrom kaufen, so fliesst aus Ihrer Steckdose nicht der Strom, den Sie gekauft haben. Die gesamte Stromproduktion – sei sie mit Kohle, Atom, Wind, Sonne oder Wasser produziert – wird im «Stromsee» zusammengeführt, und über das europäische Stromnetz verteilt. Aus Ihrer Steckdose fliesst deshalb immer ein Mix aus der Gesamtproduktion.

Gleichwohl steuern Sie mit dem Kauf von Ökostrom die Art, wie Strom produziert wird: Je mehr Kundinnen und Kunden Strom aus erneuerbaren Quellen bezahlen, desto mehr Energie wird mit Wind, Sonne und Wasser erzeugt. Und desto mehr ökologisch produzierter Strom kommt via Stromsee aus den Steckdosen aller Verbraucher.

Wie umweltbelastend ist Streaming?

Beim Streaming von Videos, Filmen und Musik benötigen vor allem die Rechenzentren der Anbieter und die Leitungen Strom. Die werden aber gerade in der Schweiz meist sehr klimafreundlich betrieben. Im Vergleich zu anderen Aktivitäten ist Streaming nicht sehr relevant für den persönlichen Fussabdruck.

Allerdings verbrauchen wir fürs Streaming oft völlig unnötig Energie, etwa wenn man Musik über Youtube abspielt. Dabei werden neben den Audiodaten auch Videodaten gesendet, obwohl man nur den Ton «konsumiert». Die Musik macht aber nur etwa einen Zehntel der Datenmenge des Videostreamings aus.

Das Internet verschlingt pro Nutzer wenig, aber weltweit betrachtet viel Energie. Schlecht ist, dass wir uns dessen wenig bewusst sind. Auf individueller Ebene sind ökologische Handlungen in anderen Bereichen jedoch viel wichtiger.

Ist es gut für die Umwelt, wenn ich weniger im Internet surfe?

Grundsätzlich ja. Denn Surfen verbraucht Strom, und global stammt mehr als die Hälfte der Elektrizität aus klimaschädlichen Quellen wie Kohle oder Erdgas. Der Schweizer Strom verursacht allerdings kaum Treibhausgase, weil er grösstenteils aus Wasser- und Kernkraft stammt. Der Stromverbrauch unserer Computer, Tablets und Smartphones verursacht deshalb direkt nur geringe Treibhausgasemissionen.

Wichtiger ist, woher die Daten kommen. Was im Internet viel angeklickt wird, ist tatsächlich oft lokal in Schweizer Rechenzentren gespeichert, die auch umweltfreundlicheren Strom verbrauchen. Kommen die Daten weit her, von Rechenzentren im Ausland, entsteht durch den Stromverbrauch mehr schädliches CO2.

Wirklich spannend und relevant für die Beantwortung wäre zu wissen, was man anstelle des Internetsurfens machen würde. Wenn ich stattdessen Töff fahren gehe, dann ist surfen sicher besser. Ansonsten ist wie meistens klar: weniger ist besser.

Zu bedenken ist auch, dass nicht nur Endgeräte wie Computer, Smartphones und Modems Strom fressen. Auch die Netze, welche die Daten transportieren und die Server, auf denen die Daten lagern. Nicht nur im Betrieb, sondern auch bei der Herstellung der Geräte.

Wie lange muss man ein Smartphone nutzen, damit es in der Umweltbilanz neutral wird?

Neutral wird die Bilanz eines neuen Smartphones im Vergleich zu einem alten nicht, weil ein Smartphone den Grossteil seiner Umweltbelastung in der Produktion hat – viel mehr, als was es während seiner Lebenszeit mit einem geringeren Stromverbrauch im Vergleich zum Vorgängermodell einsparen könnte. Die Produktion ist etwa so umweltbelastend wie zehn Jahre Nutzung. Vereinfacht kann man sagen: Je länger man ein Smartphone benutzt, desto besser.

Wenn’s nicht immer das neuste Modell sein muss, so lohnt sich auch der Kauf eines Secondhand-Smartphones, das wiederaufbereitet wurde.

Wann lohnt sich aus Umweltsicht ein frühzeitiger Ersatz von Haushaltsgeräten?

Ein frühzeitiger Ersatz lohnt sich dann, wenn ein Gerät in Zukunft viel gebraucht wird und ein neues Gerät wie ein Rasenmäher neu mit Strom statt mit Benzin oder Diesel betrieben wird. Oder auch dann, wenn der eingesparte Stromverbrauch über die Nutzungsdauer deutlich höher ist als derjenige für die Produktion des effizienten Neugerätes. Dies ist insbesondere bei alten, ineffizienten Gefrierschränken und -truhen, Tumblern und Waschmaschinen, Beleuchtung sowie Klimaanlagen, Boilern und Heizgeräten der Fall.

Bei den meisten anderen Geräten wie Laptops, Smartphones und Bildschirmen lohnt sich ein frühzeitiger Ersatz jedoch nicht. Diese Geräte sollten nach Möglichkeit repariert und möglichst lange genutzt werden, bevor sie ersetzt werden. Besonders effiziente Geräte werden auf topten.ch aufgelistet.

Was kann ich tun, um die Umweltbelastungen durch Heizen zu verbessern?

Als Hauseigentümerin oder Hauseigentümer

Ersetzen Sie Öl- oder Gasheizungen sowie ineffiziente Elektroheizungen sofort durch eine Solar-, Wärmepumpen- oder Pelletheizung. Diese Systeme sind nicht nur deutlich umweltschonender, sondern sind über die gesamte Lebensdauer betrachtet meist sogar günstiger, und die Energiepreise sind weniger vom Weltmarkt abhängig.

Als Mieterin oder Mieter

Schicken Sie Ihrer Vermieterin, Ihrem Vermieter oder Ihrer Verwaltung einen Brief und fordern Sie sie dazu auf, das Heizsystem durch eine umweltfreundliche Alternative auszutauschen. Einen Musterbrief sowie umfassende Informationen zum Thema finden Sie hier.

Zusätzlich könnten Sie darum bitten, dass Sie eine individuelle Heizkostenrechnung basierend auf effektivem Wärmebedarf erhalten. Heute ist es leider meist so, dass Mieterinnen und Mieter, die auf den Energieverbrauch achten, für die Energieverschwender mitbezahlen, da die Nebenkosten für die Heizung oft proportional zur Wohnungsgrösse und nicht basierend auf dem effektiven Verbrauch abgerechnet werden. Wer den ganzen Winter über die Fenster offen lässt und auf 23 Grad heizt, zahlt somit pro Quadratmeter gleich viel wie jemand, der wenig heizt.

Welches Heizsystem ist am umweltfreundlichsten und weshalb?

Holzfeuerungen mit Pellets, Sonnenkollektoren und hocheffiziente Wärmepumpen sowie Fernwärme-Anschlüsse gehören zu den umwelt- und klimafreundlichsten Heizsystemen.

Ein Anschluss an ein bestehendes Fernwärmenetz ist in den meisten Fällen ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Bei einem Neubau ist es umweltfreundlich, das gesamte Gebäude direkt mit Sonnenenergie zu beheizen. Dazu sind jedoch eine sehr gute Wärmedämmung und ein grosser Wärmespeicher notwendig, damit den ganzen Winter hindurch genügend Warmwasser zur Verfügung steht. Fehlt Platz für einen grossen Speicher, können Sie die Dachfläche für die Stromgewinnung mit Photovoltaik zu nutzen.

In den meisten anderen Fällen empfiehlt sich der Einsatz einer Wärmepumpe. Wärmepumpen nutzen die Wärmemenge, die in der Umgebungsluft, im Boden oder im Grundwasser enthalten ist, und wandeln diese Wärme für die Beheizung des Haushalts um.

Wenn immer möglich sollten Erdwärmepumpen installiert werden, da sie bei Kälte am effizientesten laufen. Die Anschaffung ist aktuell jedoch noch vergleichsweise teuer. Wohnen Sie in einem eher schlecht gedämmten Gebäude und ist Geld für eine bessere Wärmedämmung oder die Anschaffung einer Wärmepumpe zu knapp, lohnt sich der Einsatz einer Stückholz- oder vollautomatischen Pelletheizung.

Im Direktvergleich der Heizsysteme schneidet die Holzheizung bezogen auf den Klimaschutz gar am besten ab. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern gewonnen wird. Deshalb sollte dieser Heizungstyp nicht flächendeckend, sondern nur dort eingesetzt werden, wo Wärmepumpen, Sonnenkollektoren oder Fernwärmenutzung nicht in Frage kommen.

Vergleich der Treibhausgasemissionen verschiedener Heizsysteme

Grafik Heizsysteme

Quelle: ESU-services 2015

Auf welche Temperatur soll man Räume heizen?

So, dass Sie sich damit wohl fühlen. Bevor Sie der Umwelt zuliebe frieren, sollte besser in eine gute Wärmedämmung und ein umweltschonendes Heizsystem investiert werden – dafür gibt es übrigens auch finanzielle Unterstützung von Bund und Kantonen. Heizen Sie schon mal mit einem ökologischen System, hat die eingestellte Heiztemperatur keinen entscheidenden Einfluss auf die Umweltbelastung.

Nicht immer ist eine solche Sanierung umsetzbar. Wird bei Ihnen noch mit Erdöl, Erdgas oder Strom geheizt, ist es umweltfreundlicher, wenn Sie zumindest in wenig genutzten Räumen die Temperatur um 2 bis 3 Grad reduzieren könnten. Stellen Sie die Heizung so ein, dass Sie die Temperatur gerade noch angenehm empfinden. Als Faustregel ist das nicht über 21 Grad. Auch in der Küche ist eine Reduktion sinnvoll, da auch Herd und Backofen Wärme abgeben.

Bringt es etwas, zu Hause Wasser zu sparen?

Der Wasserverbrauch direkt im Haushalt beträgt etwa 150 Liter pro Person und Tag. Darin sind Duschen, Waschen, Geschirrspülen und die WC-Spülung eingerechnet. Der Wasserverbrauch für die Produktion der durchschnittlich konsumierten Nahrungsmittel, Kleider und weitere Gebrauchsartikel: etwa 4000 Liter pro Person und Tag. Bei den Nahrungsmitteln fallen tierische Produkte und Genussmittel wie Kaffee und Wein besonders ins Gewicht.

In der Schweiz haben wir aktuell noch genügend Wasserreserven in Gletschern und Schneefeldern, die uns gut auch in einem trockenen Sommer ausreichend mit Wasser versorgen. Zudem benötigt die Wasseraufbereitung vergleichsweise wenig Energie. Kaltwassersparen nützt daher der Umwelt wenig.

Anders sieht es jedoch beim Warmwasser aus. Wird Wasser mit Erdgas auf 60 Grad erwärmt, belastet es die Umwelt 80-mal stärker im Vergleich zum Gebrauch von kaltem Wasser. Bei Heizöl ist die Belastung sogar 100-mal höher. Pro Liter erhitztem Wasser werden zwischen 14 bis 18 g CO2-eq ausgestossen.

Wie wasche und trockne ich Wäsche am umweltfreundlichsten?

Der Grossteil des Energieverbrauchs beim Wäschewaschen entsteht durch das Erhitzen des Wassers. Es ist aber gar nicht nötig, normal verschmutzte Wäsche bei hohen Temperaturen zu waschen. Denn die meisten Waschmittel waschen heute bereits bei 20 bis 30 Grad absolut sauber.

Allein für das Wäschetrocknen werden in der Schweiz rund 800 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht. Das ist nahezu so viel wie für das Waschen selbst – und das, obwohl nur ein Teil der Wäsche maschinell getrocknet wird. Würde sämtliche Wäsche maschinell getrocknet, bräuchte dies mehr als doppelt so viel Strom wie das Waschen. Lassen Sie die Wäsche also lieber an der Luft trocknen.

Wie beeinflusst die Anzahl Personen in meinem Haushalt meinen Fussabdruck?

In Mehrpersonenhaushalten sinkt der ökologische Fussabdruck pro Person, weil Geräte, Wärme und gemeinschaftlich genutzte Räume gleichzeitig von mehreren Bewohnern genutzt werden. Eine Lampe zum Beispiel braucht nicht mehr Energie, ob nun jemand allein oder mehrere Personen darunter ein Buch lesen. Das reduziert nicht nur den Energieverbrauch. Dank der gemeinsamen Nutzung müssen auch weniger Geräte angeschafft werden.

Weitere Bereiche

Über den Footprint

Swisscom

Swisscom unterstützt als Partnerin den WWF-Footprint-Rechner und die WWF-Ratgeber-App.