Eine Frau giesst ein Feld in Kenya
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05. Mai 2020

Freiwilliger Klimaschutz mit Coop

Wie sieht die Zusammenarbeit von WWF und Coop im Bereich Klima genau aus? Was hat Coop für eine Rolle? Katrin Oswald, Senior Manager Sustainable Markets beim WWF Schweiz, erklärt uns, wie das geht.

Mit diesen Klimaschutzprojekten leistet Coop nicht nur einen Beitrag für den Klimaschutz, sondern generiert auch Mehrwert für die Menschen und die Natur vor Ort.

Katrin Oswald

Warum arbeitet der WWF mit Coop zusammen?
Unsere Überzeugung ist, dass es alle braucht: Wirtschaft, Politik und die Öffentlichkeit – nur gemeinsam können wir die weltweite Umweltzerstörung stoppen. Daher arbeiten wir mit ausgewählten Firmen zusammen und nehmen diese in die Verantwortung. Gemeinsam definieren wir ambitionierte Ziele, immer mit der Absicht, die Umweltbelastung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren.
Grosse Detailhändler wie Coop definieren mit ihrem Sortiment zu einem grossen Teil, welche Produkte in der Schweiz eingekauft werden. Wenn es uns gelingt, deren Sortiment umweltfreundlicher zu gestalten, erreichen wir damit viele Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten und lösen eine positive Wirkung auf die Umwelt aus. Deshalb arbeiten wir seit 2006 in einer umfassenden Partnerschaft mit Coop zusammen.

Wie reduziert Coop den eigenen Klima-Fussabdruck?
Coop setzt auf verschiedenen Ebenen an, den Fussabdruck zu reduzieren. Im Betrieb will Coop bis 2023 die CO2-Emissionen trotz Wachstum gegenüber 2008 halbieren. Heute liegt die Reduktion bei 33 Prozent.
Zusätzlich hat Coop das Ziel, die CO2-Emissionen Flugwaren, coop@home-Lieferfahrten und Geschäftsreisen so weit wie möglich zu vermeiden und zu reduzieren. Dabei machen die Flugwaren den grössten Anteil aus. Bis Ende 2019 führte dies zu einer absoluten Reduktion von CO2-Emissionen aus Flugtransporten um 13 Prozent gegenüber 2008. Erst zuletzt werden die verbleibenden Emissionen durch sogenannte Insetting-Projekte in Zusammenarbeit mit dem WWF kompensiert.

Wie muss man sich das vorstellen?
WWF und Coop bauen seit 2007 gemeinsam Klimaschutzprojekte zur Kompensation auf. Seit 2011 werden sie ausschliesslich in Coop-Lieferketten angesiedelt. Diese «Insetting-Projekte» finden in Anbauregionen von Produkten wie Kaffee, Kakao, Reis oder Schnittblumen statt, die bei Coop ins Regal gelangen. Wenn immer möglich sind diese Produkte Fairtrade- und Bio-zertifiziert. Der mehrjährige Aufbau der Klimaschutzprojekte wird vollumfänglich von Coop vorfinanziert, und die Investitionen kommen direkt den Produzenten zugute, die Coop beliefern. Alle Projekte erfüllen die hohen Anforderungen des «Gold Standard» und werden regelmässig von unabhängigen Dritten überprüft.
Mit diesen Klimaschutzprojekten leistet Coop nicht nur einen Beitrag an den Klimaschutz, sondern generiert auch Mehrwert für die Menschen und die Natur vor Ort.

Die Klimaprojekte helfen auch den Menschen vor Ort? Wie profitieren diese von den Projekten?
Ein Beispiel: Coop importiert einen Teil seiner Rosen aus Kenia. Angebaut werden sie unter anderem in der Region rund um den Naivascha-See. In diesem Projekt forsten Coop und WWF brachliegende Flächen mit Bäumen auf. Dies trägt zum Klimaschutz bei, verringert die Bodenerosion und steigert die Fruchtbarkeit der Erde. Weil durch den Regen weniger Erde in den See geschwemmt wird, verbessert sich auch die Qualität des Wassers. Davon profitieren nicht nur die Rosenproduzenten, sondern die gesamte Bevölkerung der Region.
Ein Manager einer Baumschule hat uns erzählt, dass er dank des Projekts mehr Einkommen hat und seine Kinder dadurch in die Schule schicken kann. Solche Geschichten berühren mich. Das Klima-Engagement wirkt über den Klimaschutz hinaus.

Was macht der WWF selbst für einen möglichst geringen CO2-Footprint?
Auch beim WWF werden Emissionen soweit wie möglich vermieden, sowohl im betrieblichen wie auch im operativen Bereich. Beispielsweise heizen wir im Hauptsitz des WWF mit einer Holzpelletheizung, halten unseren Papierverbrauch möglichst klein oder treffen uns virtuell anstatt mit Geschäftsreisen. Braucht es trotzdem einmal ein physisches Treffen, nehmen wir bei Reisen innerhalb von Europa bei Reisezeiten unter zwölf Stunden den Zug. Langstreckenflüge müssen immer vom Vorgesetzten bewilligt werden. Druckwaren und alle Flugreisen kompensieren wir, grösstenteils über unsere Projekte mit Myclimate.

Wie geht die Zusammenarbeit zwischen WWF und Coop weiter?
Die umfassende Partnerschaft von WWF und Coop sowie das gemeinsame freiwillige Klimaschutz-Engagement laufen bis mindestens 2024 weiter. Derzeit sind wir daran, ein neues Klimaschutzprojekt in einer Lieferkette von Coop zu entwickeln, das den hohen Anforderungen aller Beteiligten gerecht wird und möglichst grosse positive Auswirkungen für die Menschen vor Ort, die Biodiversität und das Klima entfaltet. Ich freue mich darauf.

Freiwilliger Klimaschutz

Hier gehts zum Insetting-Engagement von WWF und Coop.

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