Tigerlebensraum in Indien
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02. März 2020

Gesünder dank neuen Biogasöfen

Klimaschutz konkret: In Nordindien haben Reisbauern ihre alten Holzöfen durch neue Biogas-Anlagen ersetzt.

Bis zu fünf Stunden täglich sammeln die Bäuerinnen im nordindischen Bundesstaat Uttarakhand Brennholz, das ihre Hauptenergiequelle bildet. Das bedeutet acht bis zehn Kilometer Fussmarsch durch den Wald. Doch für Khasti Devi ist das Sammeln von Holz nun vorbei. Sie gehört zu den 3900 Kleinbäuerinnen, die eine Biogas-Anlage aus einem WWF- und Coop-Projekt besitzen und jetzt mit Gas kochen. «Die Biogas-Anlage ist leicht zu bedienen, und solange sie funktioniert, bin ich sehr zufrieden damit», sagt Khasti Devi.

Die Bäuerinnen, die für Coop fairen Bio-Basmatireis produzieren, gewinnen das Gas aus dem Mist ihrer Kühe und aus den eigenen Latrinen. An den Kosten der Anlage beteiligten sie sich mit Eigenleistungen. Mit der Klimaschutzwirkung des Projektes kompensiert Coop einen Teil seiner Emissionen, die durch Flugtransporte von Waren, Geschäftsreisen oder coop@home-Fahrten entstehen. Das Projekt wird von der lokalen NGO «Partners in Prosperity» mit Unterstützung von Helvetas, ICSD und Myclimate umgesetzt.

Biogasofen

Die Biogas-Anlagen erlauben ein rauchfreies Kochen. Das rettet auch Menschenleben: Laut WHO sterben weltweit mehr Menschen wegen dem Kochen über offenen Feuerstellen als wegen Malaria. Von der besseren Luftqualität profitieren in Familien dieser Region rund 21'500 Personen gesundheitlich.

Wobei in diesem Projekt nur Frauen Biogas-Anlagen erhalten. Das stärkt die Stellung der Frauen in der Familie. «Ich habe nun mehr Zeit, um das Land zu bewirtschaften, mich um die Kinder und ihre Hygiene zu kümmern und den Haushalt zu erledigen», erzählt Khasti Devi. Seit Projektstart sparten die Menschen vor Ort dank den Biogas-Anlagen 33'900 Tonnen CO2 ein, und 536 Hektaren Lebensraum Wald wurden erhalten. Zudem: Wenn weniger Menschen in den Wäldern nach Brennholz suchen, kommt es seltener zu gefährlichen Situationen mit Tigern, die dort heimisch sind. So akzeptiert die Bevölkerung das Raubtier auch besser.

Khasta Devi mit einem Biogas-Kochherd
Kamla Devi aus Indien

Indien: Kamla Devi hat heute mehr Zeit für die Familie. Khasta Devi vor dem Kochherd, der mit Biogas betrieben wird.

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