Korallen und Fische bei Fiji
Korallendreieck

Perle im Indopazifik

Korallendreieck – Perle im Indopazifik

Herz der Meeresvielfalt

Die Unterwasserwelt des Korallendreiecks ist beeindruckend vielfältig – weltweit gibt es nirgendwo sonst so viele unterschiedliche marine Lebewesen. Das riesige Meeresgebiet bildet aber auch die Lebensgrundlage der Küstenbewohner in sechs Staaten und ist von grosser wirtschaftlicher Bedeutung.

Unter dem Meeresspiegel existiert eine unglaubliche Farbenpracht - blau, grün und violett schimmernde Papageifische, leuchtend rote Korallen oder grellbunte Meeresschnecken. Im Korallendreieck leben über 3000 Fischarten, 600 Korallenarten und sechs der sieben existierenden Meeresschildkrötenarten. Das über sechs Millionen Quadratkilometer grosse Meeresgebiet weist die höchste marine Biodiversität der Erde auf.

Das Korallendreieck ist auch die Lebensgrundlage für rund 120 Millionen Menschen. Die reichen Fischgründe sind eine wichtige Nahrungs- und Einkommensquelle. Zunehmend wird auch der Tourismus zum einträglichen Wirtschaftssektor, denn das Korallendreieck ist ein Traumziel für Taucher, Schnorchler und Strandliebhaber gleichermassen. Das Paradies ist jedoch in Gefahr. Überfischung, Zerstörung der Korallen, Klimawandel und nicht-nachhaltiger Tourismus bedrohen das fragile Ökosystem. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, engagiert sich der WWF seit vielen Jahren sowohl in Projekten vor Ort als auch auf wirtschaftlicher und politischer Ebene.

Gebiet

Das Gebiet im Indopazifik umfasst sechs Länder: Indonesien, Malaysia, Papua-Neuguinea, die Philippinen, die Salomonen und Osttimor

Lebensraum

Tropisches Meeresgebiet

Grösse

6 Millionen km2

Tierwelt

Korallen, Meeresschildkröten, Rifffische, Wale, Delfine, Thunfische, Haie

Marines Paradies in Gefahr

Fischpopulationen stehen kurz vor dem Aussterben, und Korallen sterben massenweise ab. In den letzten vier Jahrzehnten wurden 40 Prozent der Korallenriffe zerstört und 85 Prozent der verbleibenden Korallen sind bedroht. Überfischung und illegale Fischerei, Verschmutzung, nicht nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und ein sich veränderndes Klima bedrängen das fragile Ökosystem.

Fischerei

Für viele Bewohner des Korallendreiecks ist Fisch die wichtigste Nahrungs- und Einkommensquelle. Die international steigende Nachfrage nach Fisch kurbelt die Fischereiindustrie weiter an. Viele Fischbestände der Region stehen darum unter Druck und werden weit über ihre natürliche Fähigkeit zum Nachwachsen ausgebeutet. Beispielsweise wird jeder fünfte Thunfisch weltweit im Korallendreieck gefangen – meist nicht mit nachhaltigen Methoden. Neben ausgewachsenen Fischen werden auch viele Jungtiere gefangen, die sich noch nicht vermehrt haben und der Population für den Fortbestand fehlen. Dies hat zu einer alarmierenden Abnahme der Thunfisch-Bestände im Korallendreieck geführt. Bei der Fischerei von Rifffischen nutzen noch immer viele Fischer illegale Methoden, setzen unter anderem Dynamit oder Gift ein. So sterben nicht nur die Fische, auch die Riffe und Korallen werden grossflächig zerstört.

Klimawandel

Ein erhöhter CO2-Gehalt in der Atmosphäre und steigende Wassertemperaturen sind Folgen des Klimawandels. Korallen reagieren sehr sensibel auf diese Temperaturveränderungen, bleichen aus und sterben ab. Bei einem Anstieg der Wassertemperatur um 2 Grad Celsius werden die meisten Korallen absterben. Auch nehmen die Meere einen Teil des CO2 aus der Luft auf, das Meerwasser wird dadurch sauer. Weil aber saures Wasser die Bildung von Kalkskeletten von Korallen und anderen Meereslebewesen verhindert, verschwinden die Korallenriffe zwangsläufig.

Zu den direkten Auswirkungen des Klimawandels kommen Folgeeffekte für die Bewohner des Korallendreiecks. Bereits heute spürbar sind extremere Wettersituationen: Starke Wirbelstürme und Taifune treffen vor allem die Philippinen und die Salomonen hart, die in einer Zone mit erhöhter Sturmaktivität liegen. Hinzu kommen schwindende Erträge der Fischer, weil die Verschiebung des Monsuns die Fischereisaison verkürzt. Die Produktivität der küstennahen Ökosysteme des Korallendreiecks könnte um 80 Prozent einbrechen, wenn keine effektiven Massnahmen gegen den Klimawandel ergriffen werden.

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Entwicklung der Küstengebiete mit Siedlungen, Infrastruktur, Industrie und Aquakulturen haben tiefgreifende Folgen für das fragile Ökosystem – Es wird ohne Rücksicht gebaut und die Umwelt verschmutzt, Mangroven werden abgeholzt und Strände befestigt, die Seegraswiesen versanden. Hinzu kommet Offshore Förderung von Öl- und Gas, die ein grosses Risiko für starke Verschmutzung darstellen.

WWF Engagement im Korallendreieck

Unser Ziel ist es, das Korallendreieck mit seinem Artenreichtum für kommende Generationen zu erhalten. Wir arbeiten dafür grenzüberschreitend mit Partnern zusammen und engagieren uns in lokalen Projekten.

Um den wachsenden Bedrohungen des Korallendreiecks zu begegnen, fördert der WWF eine verbesserte Zusammenarbeit der betroffenen Staaten. Im Rahmen einer 2009 gegründeten Initiative arbeiten wir mit den Regierungen und weiteren Entwicklungspartnern zusammen, um Richtlinien, politische Rahmenbedingungen und Bildungsprogramme für eine nachhaltige Entwicklung der Küstenregionen zu erarbeiten und umzusetzen.

Mit dem Ziel, die Lebensgrundlage der Bevölkerung im Korallendreieck und die Gesundheit der Ökosysteme zu sichern, fördern wir nachhaltige Investitionen privater Unternehmen in der Region, insbesondere in die Fischerei und in Aquakulturen.

Für den Erhalt der Artenvielfalt und gesunder Fischbestände sind heute Schutzgebiete unverzichtbar. Wir setzen uns daher für die Schaffung neuer Meeresschutzgebiete und die effiziente Verwaltung bestehender Schutzgebiete ein. Die Bildung von ganzen Netzwerken von Schutzgebieten, ein weiteres unserer Ziele, ermöglicht Wissens- und Erfahrungsaustausch. Ausserdem unterstützen wir Projekte für nachhaltigen Tourismus, damit der Fussabdruck des Sektors klein bleibt.

Meeresschutzgebiete – unser Ziel:

Bis 2020 fordert die Biodiversitätskonvention einen geschützten Anteil von 10 Prozent der gesamten Meeresfläche. Im Jahr 2016 waren es 5,1 Prozent.

WWF-Projekte im Korallendreieck

Das Korallendreieck ist eines der wertvollsten Ökosysteme weltweit. Wir wollen es langfristig erhalten. Darum engagiert sich der WWF für Meeresschutzprojekte und für nachhaltige Fischerei.

Wildlife Crime Initiative - Kampf gegen ein Millionengeschäft

Die Wildlife Crime Initiative bekämpft Wilderei entlang der gesamten Handelskette. Das Ziel: Wilderei, illegaler Handel und der Konsum ausgewählter Tierarten sind bis 2024 halbiert.

Weitere Infos

Nachhaltiger Thunfisch-Fang in den Philippinen

Der WWF verändert mit seinem Förderprojekt die Fischerei auf Gelbflossen-Thunfisch in den Philippinen langfristig. Die MSC-Zertifizierung hilft, dass sich der Bestand der Gelbflossen-Thunfische der Philippinen nachhaltig erholt.

Weitere Infos

Das grösste Meeresschutz-Gebiet in Malaysia: der Tun-Mustapha-Park

Damit das einzigartige Ökosystem bestehen bleibt, engagierte sich der WWF für ein neues Meeresschutz-Gebiet an der Nordspitze Borneos und unterstützte die Regierung bei der Umsetzung. Die lokale Bevölkerung wurde während dem Prozess eng mit eingebunden.

Weitere Infos

Was Sie tun können

Damit auch künftige Generationen das Paradies Korallendreieck bewohnen, besuchen und bewundern können, müssen wir jetzt effektive Schutzmassnahmen umsetzen und zukunftsgerichtet wirtschaften. Helfen Sie uns dabei, indem Sie Korallendreieck-Pate werden oder für die Meere spenden. Informieren Sie sich zudem über einen sinnvollen Konsum von Meeresfrüchten.

Ich schütze die Meere

CHF Ihr Spendenbeitrag
Der eingegebene Betrag ist tiefer als der Mindestbetrag von CHF
Der eingegebene Betrag ist höher als der Maximalbetrag von CHF

Mit Ihrer Spende schützen wir das Ökosystem der Meere.

Korallendreieck-Patenschaft

Als Pate unterstützen Sie den WWF langfristig dabei, die faszinierende Unterwasserwelt in Südostasien zu erhalten.

Ratgeber Fische & Meeresfrüchte

Finden Sie heraus, welche Fische und Meeresfrüchte Sie bedenkenlos konsumieren können.