Stachelrochen vor der Küste von Belize
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24. Januar 2018

Good News: Belize verhängt ein permanentes Ölmoratorium

Seit 2016 haben wir gemeinsam mit Ihnen gekämpft – jetzt haben wir es zusammen geschafft: Belize verhängt ein permanentes Moratorium für Ölförderung in seinen Gewässern. Ein Riesenerfolg für den Meeresschutz!

451'385 E-Mails haben Sie an Premierminister Dean Barrow gesendet. 451'385 E-Mails, in denen Sie ihn gebeten haben, sich für den Schutz des Riffs vor Belize einzusetzen. Ihre Stimmen und Ihr Einsatz haben gewirkt. Der kleine Karibik-Staat Belize hat Ende Dezember ein permanentes Moratorium für die Ölförderung in seinen Gewässern erlassen.

Es ist das erste Mal, dass ein Entwicklungsland einen so drastischen Schritt zum Schutz seiner Ozeane unternimmt. Damit ist Belize zu einem Vorreiter im Meeresschutz geworden – nur eine kleine Minderheit von Ländern hat ähnliche Gesetze zum Schutz von sensiblen Gebieten vor Ölförderung. «Mit diesem Schritt hat Belize auf die Stimme seiner Bevölkerung gehört. Es anerkennt damit die wichtige Rolle des Riffs für die Umwelt und die Wirtschaft des Landes», sagt Alice Eymard-Duvernay, Meeresexpertin beim WWF Schweiz

Die Gesetzgebung folgt einer Ankündigung der belizischen Regierung von August 2017, in der sie sich für ein permanentes Ölmoratorium ausgesprochen hat. Zuvor hatten nationale und internationale Stimmen gefordert, das fragile Belize-Barrier-Riff und das darin liegende Weltnaturerbe müsse besser geschützt werden. Schon ein Jahr vorher war die Ölförderung in der Nähe des von nach einer internationalen E-Mail-Kampagne von WWF und Partnerorganisationen eingestellt worden.

Ölförderung und verbaute Küsten bedrohen das karibische Belize-Barrier-Riff

Dieser grosse Schritt zum Schutz des Riffs war dringend nötig: Seit 1998 haben industrielle Aktivitäten bereits 40 Prozent des Riffs an der Küste zerstört, und Bewilligungen für die Ölnutzung stellten eine anhaltende Bedrohung dar. 2009 hat die Unesco das Belize-Barrier-Riff auf die Liste der gefährdeten Welterbe-Gebiete gesetzt.

Meeresschildkröte vor Belize
Korallenriff vor Belize

Seltene Tierwelt, lokale Lebensgrundlage

Das Belize-Barrier-Riff ist Heimat von mindestens 1400 Pflanzen- und Tierarten. Es beherbergt die weltweit grösste Population von bedrohten westindischen Seekühen genauso wie gefährdete Haie und Meeresschildkröten. Das Überleben dieser seltenen Tiere hängt davon ab, ob ihr Lebensraum geschützt werden kann. «Das Riff bekam den Welterbe-Titel 1996 wegen seiner vielfältigen Lebensräume», sagt Eymard-Duvernay. «Das Gebiet besteht aus Atollen, Sandinseln, Mangrovenwäldern, Küstenlagunen und Flussmündungen.»

Das Riff ist aber auch Lebensgrundlage von 190‘000 Menschen, der Hälfte der Bevölkerung von Belize: Das Riff trägt 15 Prozent zum jährlichen Bruttoinlandprodukt von Belize bei. Das beinhaltet etwa 15 Millionen US-Dollar aus der kommerziellen Fischerei und circa 200 Millionen US-Dollar aus dem Tourismus. Das Riff ist unter Tauchern wegen des Great Blue Hole bekannt, einer bis zu 125 Meter tiefen Unterwassersenke mit über 300 Metern Durchmesser; es bietet ausserdem Zugang zu einem unterirdischen Höhlensystem mit bis zu acht Meter hohen Stalaktiten.

Und damit nicht genug: Korallenriffe und Küstenmangroven bieten Schutz vor Sturmfluten, Wirbelstürmen und Erosionen. Dieses Ökosystem hilft mit, in Belize Schäden von geschätzt bis zu 350 Millionen US-Dollar zu verhindern.

Es war also höchste Zeit, dass das Riff endlich den Schutz erhalten hat, den es verdient. Wir freuen uns über diesen grossen Erfolg!

Grosser Tümmler bei Belize

Delfin vor der Küste von Belize

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Luftaufnahme Hardy Riff. Teil des Great Barrier Riffs in Australien.

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