Luftaufnahme des Amazonas-Regenwalds
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18. September 2017

Schatzkiste Amazonas - 381 neue Arten entdeckt

Im brasilianischen Amazonas-Regenwald wird im Schnitt alle zwei Tage eine neue Tier- oder Pflanzenart entdeckt. Bühne frei für die Neuzugänge im Artenlexikon!

381 neue Arten wurden innert zwei Jahren im Amazonas-Gebiet entdeckt. Das ist im Schnitt alle zwei Tage eine neue Art.

Obwohl das Amazonas-Gebiet weltweit zu den Gebieten mit der grössten Biodiversität zählt, kennen wir erst einen Bruchteil seiner Tier- und Pflanzenvielfalt. Forscher entdecken immer wieder neue Arten, viele davon in geschützten Gebieten. 381 neue Arten sind in den Jahren 2014 und 2015 entdeckt worden, wie ein Bericht des WWF Brasilien im Herbst 2017 enthüllt. Darunter sind 216 Pflanzen, 93 Fische, 32 Amphibien, 19 Reptilien, 20 Säugetiere und ein Vogel. «Wir haben noch viel über das Amazonas-Gebiet zu lernen», sagt Ricardo Mello, Leiter des WWF-Forschungsteams in Brasilien. Das Leben im Regenwald sei immer noch voller Rätsel und die Artenvielfalt ein grosser Schatz der Region.

Jedes Jahr werden im Amazonas-Gebiet neue Arten entdeckt: zum Beispiel der Zimmerius chicomendesi, eine neue Vogelart

Die achte Flussdelfinart

Sieben Arten Flussdelfine waren bislang weltweit bekannt, sie leben im Mekong und im Amazonas. 2014 wurde im Amazonas-Becken eine neue Art entdeckt, der Araguaia-Delfin. Forscher nehmen an, dass sich das Verbreitungsgebiet dieser neuen Flussdelfinart auf einen sehr kleinen Flussabschnitt beschränkt, wurde sie bislang nur im Einzugsgebiet des Rio Araguaia gesichtet. Auch schätzen die Forscher, dass es nur noch rund 1000 Exemplare davon gibt. Flussdelfine spielen eine wichtige Rolle in der Kultur des Amazonas: Mythen und Legenden umranken die Tiere, die sich Fischerbooten oft ohne Scheu nähern.

Nur rund 1000 Exemplare gibt es von diesem neu entdeckten Flussdelfin

Ein sesshafter Baumbewohner

Normalerweise überlässt der WWF das Entdecken neuer Arten der Wissen­schaft. Dennoch kann es schon mal vorkommen, dass dies auch auf einer WWF-­Expedition geschieht. Wie beispielsweise in Brasilien bei einer neuen Springaffenart, die den Namen «Milton’s Titi» oder auf Deutsch Feuerschwänziger Springaffe erhielt. Es ist eine 2014 entdeckte, kleine Primatenart aus der Unterfamilie der Springaffen. Ihr Markenzeichen ist ihr sehr langer, rötlicher Schwanz. Der Lebensraum dieses Affen scheint nach aktuellem Stand der Forschung nicht besonders gross zu sein: Er ist von zwei Flüssen beschränkt. Wie die Spitze eines Dreiecks laufen beide Flüsse aufeinander zu. Im Süden begrenzen die sogenannten Cerrados das Dreieck, die Savannen Südamerikas – kein Gebiet für eine Affenart aus dem Regenwald. Wenn die Affen es im Laufe der Zeit wirklich nie geschafft haben, die Flüsse zu überqueren, ist ihr Lebensraum sehr klein. Für den Amazonas-Regenwald ist das typisch: Die Lebensräume einzelner Arten sind zum Teil sehr stark auf ein kleines Gebiet beschränkt. Das macht diese Arten umso anfälliger für Veränderungen und Störungen.

Gefunden werden unbekannte Tiere und Pflanzen nicht nur in abgelegenen Gebieten, sondern auch in bereits gut untersuchten Regionen. Dies zeigt die enorme Biodiversität des Amazonasbeckens. Je nach Tages-­ und Jahreszeit, abhängig von Wetterlagen und anderen variierenden Faktoren, können sich unterschiedliche Arten in einem Gebiet aufhalten oder besonders schwer zu entdecken sein. Wissenschaftler auf Artensuche müssen also zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und oft viel Geduld haben.

Neu entdeckt: der Feuerschwänzige Springaffe

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