Mann mit Uhr

WWF-Rating in der Uhren- und Schmuckbranche

Die Uhren- und Schmuckbranche steht für allerhöchste Ansprüche an Handwerk und Tradition - aber auch für Umweltzerstörung und Missachtung der Menschenrechte in der beschaffung ihrer Rohmaterialien. Der WWF hat die 15 grössten Schweizer Uhrenunternehmen durchleuchtet und fordert mehr Transparenz sowie Verantwortung.

Auswirkung auf die Umwelt

Durch die Beschaffung von kostbaren Rohmaterialien wie Gold entstehen grosse Umweltbelastungen. Verschmutzung von Luft und Wasser, Bodendegradierung und Entwaldung sind nur einige Beispiele. Einträge von toxischen Substanzen und Landveränderungen führen zu negativen Auswirkungen auf Süssgewässer, Wälder und Tierwelt.

Eine Frau wäscht Gold
Abholzung für Goldminen
Stillgelegte Gold-Mine in Australien

Abholzung, unfruchtbare Böden und zerstörte Landstriche sind die Folge

Rolle der Schweiz

Rund 60% - 70% des weltweit geförderten Goldes findet seinen Weg zu Raffinerien in die Schweiz (~2’400t im Jahr 2017).

Unser kleines Land spielt in der Uhren- und Schmuckbranche eine wichtigere Rolle, als viele von uns wohl denken. Die Schweiz beherbergt rund die Hälfte der grössten Luxus-Uhrenmarken und ist weltweit führend auf dem Markt der Goldraffinerien. Die vermeintlich kleine Schweiz hat folglich einen erheblichen Einfluss auf die Branche und die dadurch entstehenden Umweltschäden.

Der WWF Schweiz nimmt diese Problematik ernst und bewertete die 15 grössten Schweizer Uhrenunternehmen. Das Branchenrating durchleuchtet die globale Wertschöpfungskette im Detail, insbesondere die Beschaffung kritischer Rohmaterialien wie Gold. Der Bericht dazu zeigt aber auch Lösungen auf und lenkt den Fokus auf nachhaltige Beschaffungsmethoden, transparente Berichterstattung, umweltrelevante Zielsetzungen, neue Geschäftsmodelle sowie innovative Produkte und Verfahrensweisen.

Resultate des Ratings

Aus den Ergebnissen der Studie ging keines der befragten Unternehmen als Vorreiter oder Visionär hervor.

Das Gesamtergebnis ist besorgniserregend. Die meisten Unternehmen setzen sich nicht mit dem Klimawandel auseinander und unternehmen nichts, um diesem entgegenzuwirken. Bei der Mehrheit waren fast keine Informationen vorhanden, wie sie mit grundlegenden sozialen und umweltrelevanten Problemen umgehen. Immerhin: Einzelne Unternehmen erkennen ihre Verantwortung sowie den Handlungs- und Transparenzbedarf für ein solideres Umweltmanagement an.

Keines der befragten Unternehmen ging als Vorreiter oder Visionär hervor. Die Richemont-Gruppe (Cartier, IWC, Jaeger-LeCoultre, Piaget und Vacheron Constantin) gehören als einzige zum oberen Mittelfeld oder darüber.

Grafik Uhren- und Schmuckrating

Die geprüften Unternehmen im Überblick

Umstellung auf nachhaltige Praktiken

Die verschlossene und traditionsbewusste Uhren- und Schmuckbranche muss sich wandeln. Einige Akteure haben dies erkannt und streben nach nachhaltigeren Praktiken. Sie haben das Potenzial, die Branche von ihren intransparenten und schädlichen Standards wegzubewegen - hin zu einer nachhaltigen Uhren- und Schmuckherstellung. 

Mehr Transparenz und ehrgeizigere Nachhaltigkeitsansätze müssen bei Unternehmungen im Uhren- und Schmucksektor stärker priorisiert werden.

Ihr Beitrag für eine nachhaltige Schmuck- und Uhrenindustrie

Erfahren Sie, wie Sie mit Ihrem Konsum die Umweltauswirkungen der Branche verringern können. Mit dem richtigen Verhalten leistet jede einzelne Person einen positiven Beitrag dazu.

Was Sie ausserdem tun können

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