Partnerschaft SIG 2025
SIG ist Partner des WWF Forests Forward Programms und fördert den Aufbau resilienter Wälder auf der ganzen Welt.
Gemeinsam für den Erhalt von Wälder
Im Rahmen der fünfjährigen Partnerschaft mit dem WWF Schweiz investiert SIG direkt in bedeutende Waldprojekte, um wichtige Waldökosysteme zu erhalten und wiederherzustellen.
Neben der Bereitstellung von Finanzmitteln ist SIG involviert in der Projektkoordinierung, der Überwachung und der Messung der Auswirkungen, um gemeinsam sicherzustellen, dass die Projekte vor Ort zur Verbesserung der biologischen Vielfalt, zu positiven sozialen Auswirkungen sowie zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Waldlandschaften führen.
SIG nimmt zudem an Forests Forward teil, einem Programm des WWF für unternehmerisches Handeln zugunsten von Natur, Klima und Menschen. Unternehmen, die sich Forests Forward anschließen, verpflichten sich zu ehrgeizigen Zielen in Bezug auf verantwortungsvolle Beschaffung, nachhaltige Waldbewirtschaftung und Investitionen in Waldlandschaften. Ein starkes, kollektives Handeln des Privatsektors ist entscheidend, um den Verlust und die Schädigung der Wälder weltweit aufzuhalten und umzukehren. Im Rahmen der Forests Forward Mitgliedschaft hat sich SIG ambitionierte Ziele gesetzt, welche auf dem WWF Forests Forward Portal aufgeführt sind.
MEXIKO: Sicherung des zentralpazifischen Jaguar-Lebensraums durch die Wiederherstellung von Waldlandschaften
Das erste gemeinsame Waldprojekt von SIG und WWF unterstützt den zentralpazifischen Korridor, der einige der artenreichsten Naturlandschaften Mexikos beherbergt und als «Grüne Brücke» fungiert, welche die Waldökosysteme Mexikos miteinander verbindet - eine Voraussetzung für das Überleben von Arten wie Jaguaren, die weitflächige Territorien bewohnen.
Diese Region liefert nicht nur Nahrung und Wasser für die Menschen und schützt sie vor Hurrikans und tropischen Stürmen, sondern ist auch die Heimat verschiedener Kulturen und Sprachen Mexikos. Damit nicht genug: Sie beherbergt auch die zweitgrösste Jaguar-Population des Landes. Der WWF und SIG arbeiten zusammen, um 750 Hektar geschädigte Wälder durch direkte Massnahmen mit den lokalen Gemeinschaften wiederherzustellen, um die Vernetzung und die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu verbessern. Zudem wird auf einer Fläche von 100’000 Hektar die Waldbewirtschaftung verbessert, um sicherzustellen, dass die Anbauflächen für wildlebende Tiere durchlässig und gegenüber dem Klimawandel widerstandsfähig sind
2025 wurden wichtige Fortschritte bei der Wiederherstellung von Ökosystemen und dem Schutz der biologischen Vielfalt in Mexiko erzielt. Ein zentraler Meilenstein war der erste Nationale Gipfel zur Wiederherstellung von Ökosystemen, an dem über 470 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und lokalen Gemeinschaften teilnahmen. Dabei wurde das nationale Programm zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme bis 2030 vorgestellt und neue Arbeitsgruppen zu den Themen Wasser- und Stadtökosysteme eingerichtet.
Die Wiederherstellung von Lebensräumen wurde deutlich ausgeweitet: Insgesamt befinden sich seit Projektbeginn bereits 465 Hektar degradiertes Land im Restaurationsprozess, unter anderem durch Aufforstung mit heimischen Baumarten und Maßnahmen zur Bodensanierung. Gleichzeitig wurden lokale Baumschulen gestärkt und neue Einkommensmöglichkeiten für Gemeinden geschaffen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Förderung nachhaltiger Viehwirtschaft. Insgesamt fanden 340 Schulungen zu nachhaltigen Weide- und Bewirtschaftungsmethoden statt. Ergänzend wurden 31 elektrische Schutzzäune installiert, die Konflikte zwischen Nutztierhaltung und Jaguaren wirksam reduzieren sollen. Die positiven Erfahrungen haben das Interesse weiterer Vieh-Produzentinnen und Produzenten geweckt.
Die Initiative für entwaldungsfrei produziertes Rindfleisch wurde ebenfalls unterstützt und weiterentwickelt. Rund 310 Viehhalterfamilien beteiligen sich inzwischen an dem Zertifizierungsprogramm, das nachhaltige Produktion mit dem Schutz von Wäldern und Wildtieren verbindet.
Bewässerung junger Setzlinge in der Baumschule
Zur Überwachung der Artenvielfalt wurden mehr als 300 Kamerafallen eingesetzt. Die bisherigen Ergebnisse bestätigen mindestens 39 Jaguare in den untersuchten Schutzgebieten und liefern wichtige Daten für die Weiterentwicklung von Schutzmassnahmen.
Jaguar-Sichtung dank Nachtbild-Kamerafalle
Begleitend wurden zahlreiche Bildungs- und Austauschmaßnahmen mit lokalen Gemeinschaften umgesetzt, um das Bewusstsein für Naturschutz zu stärken und die langfristige Koexistenz von Mensch und Wildtier zu fördern.
Mehr Details zum Projekt finden Sie auf unserer Projekt-Website.
Aktuelle Updates zum Mexiko-Projekt finden sich auf der WWF Forests Forward Platform.
MALAYSIA: Erhalt der biologischen Vielfalt in Ulu Muda
Malaysia verfügt über einige der ältesten und artenreichsten Tieflandwälder der Welt. Leider bedrohen Abholzung, Umwandlung in Ölpalm- oder Kautschukplantagen, Klimawandel und Konflikte zwischen Mensch und Tier die Wälder und die Artenvielfalt in ganz Malaysia. Gemeinsam mit dem WWF Schweiz und SIG arbeitet der WWF Malaysia an diesem Projekt zum Erhalt eines der vielen wichtigen Waldökosysteme des Landes.
Das Jahr 2025 war für das Ulu-Muda-Projekt von wichtigen Fortschritten und wegweisenden Erfolgen geprägt. Trotz einiger Herausforderungen konnten zentrale Grundlagen für den langfristigen Erhalt dieser einzigartigen Waldlandschaft geschaffen werden.
Besonders bedeutend war der Nachweis verschiedener Tierarten wie des Malaienbären, dem Nebelparder oder dem Asiatischen Elefanten. Diese Ergebnisse bestätigen die hohe ökologische Bedeutung der Region und liefern wichtige Erkenntnisse für zukünftige Schutzmassnahmen.
Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden weiter gestärkt. Ein wichtiger Meilenstein war die offizielle Zustimmung der Regierung von Kedah zur gemeinsamen Planung von Maßnahmen für ein nachhaltiges Management eines wichtigen Wassereinzugsgebiets – dem Ulu Muda Waldkomlex. Damit wurde WWF-Malaysia als verlässlicher Partner für den Schutz der natürlichen Ressourcen der Region anerkannt.
Nashornvogel (Anthracoceros albirostris)
Auch die Einbindung der lokalen Bevölkerung konnte erfolgreich ausgebaut werden. Bei einer großen Gemeinschaftsveranstaltung kamen mehr als 500 Menschen sowie zahlreiche Behörden und Organisationen zusammen, um sich für den Schutz der Wälder einzusetzen. Dadurch wurde das Bewusstsein für die Bedeutung von Ulu Muda gestärkt und das lokale Engagement weiter gefördert.
Pedu Stausee im Ulu-Muda-Waldkomplex
Insgesamt hat das Projekt im Jahr 2025 wichtige Fortschritte für den Schutz der Biodiversität, die nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen und die Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften und Behörden erzielt. Damit wurden entscheidende Voraussetzungen geschaffen, um die positiven Wirkungen des Projekts in den kommenden Jahren weiter auszubauen.
Aktuelle Updates zum Malaysia-Projekt finden sich auf der WWF Forests Forward Platform.
THAILAND: Schutz und Vernetzung wichtiger Waldlandschaften
Thailand verfügt über vielfältige Waldlandschaften, von tropischen Regenwäldern über Laubwälder bis hin zu Mangroven, die eine reiche biologische Vielfalt beherbergen. Das Land ist jedoch durch die Ausweitung der Landwirtschaft, den illegalen Holzeinschlag und die Infrastrukturentwicklung mit einer erheblichen Abholzung konfrontiert. In den letzten Jahren hat sich Thailand dazu verpflichtet, bis 2030 30% seines Landes und seiner Gewässer zu schützen.
Im Jahr 2025 wurden in den Schwerpunktlandschaften Mae Ping Corridor, Lower Songkhram River Basin, Kaeng Krung National Park und Thap Lan National Park bedeutende Fortschritte beim Schutz, der Wiederherstellung und nachhaltigen Bewirtschaftung von Wald- und Feuchtgebietsökosystemen erzielt.
Die Stärkung gemeinschaftsbasierter Naturschutzstrukturen stand dabei im Mittelpunkt. Mehr als 13 Gemeinschaftswälder wurden in partizipative Planungs- und Managementprozesse einbezogen. In den Projektgebieten wurden zahlreiche Konsultationen, Schulungen und Governance-Maßnahmen umgesetzt, wodurch lokale Gemeinden ihre Rolle im Biodiversitäts- und Ressourcenmanagement weiter ausbauen konnten. Besonders hervorzuheben ist die Zustimmung von acht Gemeinschaften im Mae Ping Corridor sowie eines Pilotgebiets im Lower Songkhram River Basin, sich um die Anerkennung als Other Effective Area-based Conservation Measures (OECMs) zu bewerben.
Sehen Sie sich das Kurzvideo zum Thailand Projekt an:
Kamerafallen-Aufnahmen von Tiger mit 3 Jungen
Auch beim Ausbau und der Sicherung von Schutzgebieten wurden wichtige Meilensteine erreicht. Im geplanten Doi Soi Malai National Park sowie in der Erweiterungszone des Lan Sang National Parks bestätigten Kamerafallen das Vorkommen zahlreicher gefährdeter Arten, darunter Schuppentiere, Rothunde, Leopardenkatzen und erstmals auch der Tiger „Gamma“, dessen Wanderung die Bedeutung des Gebietes als Wildtierkorridor unterstreicht. Im Rahmen umfassender Konsultationen beteiligten sich über 1.500 Menschen am Schutzgebietsprozess.
Die Wiederherstellung degradierter Wald- und Feuchtgebietsflächen wurde deutlich ausgeweitet. Im Mae Ping Corridor wurden über 7.000 Setzlinge für Agroforstsysteme bereitgestellt und rund 32 Hektar degradierter Wald im Mae Tuen Wildlife Sanctuary wiederhergestellt. Im Lower Songkhram River Basin identifizierten Gemeinden mehr als 1.100 Hektar prioritäre Restaurierungsflächen und produzierten in gemeinschaftlich betriebenen Baumschulen rund 9.000 standortangepasste Setzlinge für die Wiederherstellung von Trocken-, Ufer- und Überschwemmungswäldern. Im Kaeng Krung National Park wurden weitere 10.000 Setzlinge für zukünftige Aufforstungen vorbereitet sowie erste Restaurierungsmaßnahmen und Habitatverbesserungen umgesetzt.
Khao Krachom
Zur Verbesserung des Biodiversitätsmonitorings wurden über 130 Kamerafallen in Schutzgebieten und Gemeinschaftswäldern installiert. Die Aufnahmen dokumentierten eine hohe Artenvielfalt und lieferten wichtige Grundlagen für Schutzgebietsmanagement, OECM-Anerkennungen und Restaurierungsplanung. Ergänzend wurden Ranger, Schutzgebietsmitarbeitende und Gemeindevertreter in Monitoring-, SMART-Patrouillen- und Datenerfassungsmethoden geschult.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verringerung von Mensch-Wildtier-Konflikten. Im Thap Lan National Park wurden rund 16 Hektar Grasland als Nahrungsflächen für Elefanten und andere Wildtiere wiederhergestellt. Monitoringdaten belegen eine verstärkte Nutzung dieser Flächen durch Elefanten und Tiger. Gleichzeitig wurden Rapid-Response-Teams, Gemeindegruppen und Ranger durch Schulungen, Drohnentechnologie und Ausrüstung gestärkt, um beispielsweise frühzeitig Ernteverluste durch Elefanten zu erkennen und entgegenzuwirken. Ergänzend wurde das Pha Men Operations and Conservation Learning Centre fertiggestellt, das künftig als regionales Zentrum für Konfliktmanagement, Ausbildung und Wissensaustausch dient.
Darüber hinaus wurden nachhaltige Einkommensmöglichkeiten für lokale Gemeinden gefördert. Dazu gehörten die Weiterentwicklung von Agroforstsystemen, die Unterstützung von Fischverarbeitungsgruppen, Schulungen zu Produktentwicklung und Vermarktung, die Verarbeitung invasiver Wasserpflanzen zu Kompost sowie die Entwicklung naturverträglicher Tourismusangebote. Diese Maßnahmen stärken die wirtschaftliche Resilienz der Gemeinden und schaffen langfristige Anreize für den Schutz wertvoller Naturressourcen.