Fleisch und Milchprodukte
Lebensmittel konsumieren wir täglich. Und damit können wir täglich etwas für die Umwelt tun. Denn die Entscheidung zwischen tierischen oder pflanzlichen Lebensmitteln hat Auswirkungen auf unsere Umwelt. Und die grössten Umweltsünder unter unseren Nahrungsmitteln sind tierischen Ursprungs.
Verwandte Themen:
Artenschutz, Coronavirus, Ernährung, Fische & Meeresfrüchte, Food Waste, Früchte & Gemüse, Regenwald, Soja, Wirtschaft & MärkteWie beeinflusst unser Speiseplan die Umwelt?
Ein Drittel der konsumbedingten Umweltbelastungen in Europa geht auf das Konto unseres Essens. Die Produktion hat hier den Hauptanteil: Verpackung, Transport, Lagerung, Zubereitung und Entsorgung fallen in der Regel deutlich weniger ins Gewicht. Besonders umweltbelastend ist die Tierhaltung: Sie ist sehr ressourcenintensiv und verursacht deutlich mehr Treibhausgas-Emissionen als der Anbau von pflanzlichen Nahrungsmitteln.
Konkrete Zahlen
Für ein Kilo Rindfleisch müssen 5 bis 20 Kilo Futtermittel produziert und verfüttert werden. Vergleicht man die Emissionen der Produktion von einem Kilo Rindfleisch mit den Emissionen von beispielsweise einem Kilo Linsen mit ähnlichem Proteingehalt zeigen sich enorme Unterschiede:
Für die Produktion eines Kilos Schweizer Rindfleisch werden - gemäss FAO im Jahr 2017 - 12 bis 13 Kilo CO2-Eq ausgestossen. Bei Linsen sind es hingegen schlanke 0,7 Kilo CO2 – genau genommen sind es CO2-Äquivalente, also der Wert von verschiedenen Treibhausgasen umgerechnet auf CO2. Wegen dieser grossen Unterschiede ist leicht verständlich, dass ein pflanzenbetonter Ernährungsstil die Umwelt und das Klima stark entlastet. Wie stark, zeigt die Grafik unten. Dort wird auch ersichtlich, dass der Transport der fertigen Nahrungsmittel eine eher nebensächliche Rolle spielt – solange sie nicht per Flugzeug transportiert wurden. Wichtiger ist, wie die Produkte hergestellt wurden.
So reduziert sich der Fussabdruck der Ernährung eines durchschnittlichen Schweizers beispielsweise um 24 Prozent, wenn er auf vegetarische Ernährung umstellt. Ernährt er sich vegan, sind es sogar 40 Prozent. Regionale Produkte verbessern den Fussabdruck in diesem Bereich nur um etwa 4 Prozent. Mit der Umstellung von tierischer auf pflanzliche Ernährung lässt sich also der Ernährungsfussabdruck zehnmal wirksamer senken als mit der Umstellung von ausländischen auf Schweizer Produkte.
Die Graphik zeigt die Klimabelastung verschiedener Ernährungsstile in Kilogramm CO2-Äquivalente pro Jahr und Person an.
- Vegan: Rein pflanzliche Ernährung, inklusive aufbereiteter Ersatzprodukte (Tofu, Quorn, Sojadrink) und 750g Früchte & Gemüse pro Tag;
- Vegetarisch: Kein Fleisch oder Fisch, 4-5 Eier pro Woche, sowie 1-2 Portionen Milchprodukte und 550g Früchte & Gemüse pro Tag;
- Flexitarisch: 300g Fleisch und 3-4 Eier pro Woche, sowie 1-2 Portionen Milchprodukte und 500g Früchte & Gemüse pro Tag;
- Durchschnitt: 1kg Fleisch und 3-4 Eier pro Woche, sowie 1-2 Portionen Milchprodukte und 450g Früchte & Gemüse pro Tag;
- Viel Fleisch: 2kg Fleisch und 3-4 Eier pro Woche, sowie 1-2 Portionen Milchprodukte und 250g Früchte & Gemüse pro Tag.
Quelle: ESU-services 2015.
Alternativen zur Milch
Ein Liter Vollmilch belastet das Klima mit 1,63 kg CO2-Äquivalenten. Das zeigt eine vom WWF in Auftrag gegebene Ökobilanz. Pflanzendrinks verkleinern unseren Fussabruck um ein Drittel bis fast zur Hälfte. In Zahlen heisst das: Sojadrink verursacht 0,7 kg CO2, Reisdrink 0,94 kg CO2, Mandeldrink 0,8 kg CO2, Haferdrink 0,76 kg CO2, Dinkeldrink 0,81 kg CO2 und Lupiniendrink 0,84 kg CO2.
Die meisten in der Schweiz verfügbaren Pflanzendrinks werden von Herstellern in Europa produziert. Dadurch fallen für diese Produkte längere Transportwege als bei Schweizer Kuhmilch an. Würden diese pflanzlichen Milchdrinks in der Schweiz produziert, könnten sie ihren Vorsprung in Sachen Klima weiter ausbauen. Wenn der Nährstoffbedarf bereits anderweitig gedeckt ist und es lediglich um ein Produkt mit milchähnlichen Eigenschaften geht, dann sind die pflanzlichen Milchdrinks auf alle Fälle besser.
Die Lösung
«Wer seinen Speiseplan mit vegetarischen Gerichten anreichert und Fleisch- und Milchprodukte als etwas Besonderes geniesst, tut der Umwelt viel Gutes.»
Tierische Proteine sind im Schnitt für die Hälfte der ernährungsbedingten Umweltbelastungen verantwortlich. Je weniger von ihnen, desto besser für das Klima, für unsere Umwelt und damit für unsere Lebensgrundlagen. Ein vegetarisches Gericht belastet das Klima im Durchschnitt dreimal weniger als ein Gericht mit Fleisch. Vegane Gerichte sind noch besser. Soll trotzdem mal etwas Tierisches auf den Tisch, so sind biologisch produzierte Produkte vorzuziehen – welche Labels besonders empfehlenswert sind, erfahren Sie in unserem Label-Ratgeber.
Was Sie tun können
Unsere Ratgeber unterstützen Sie bei einem umweltbewussten Einkauf. Mit dem Footprint-Rechner können Sie Ihren persönlichen Fussabdruck berechnen.
Quellen:
- www.eaternity.org
- www.esu-services.ch
- www.proviande.ch
- National Research Council. 2000. Nutrient Requirements of Beef Cattle. National Academies Press.
- Ökobilanz von Kuhmilch und pflanzlichen Drinks (ESU-services)