Ein Wolf im Wald, halb von Bäumen versteckt

Einsatz für die Grossraubtiere

Wölfe, Bären und Luchse besiedeln wieder Teile der Schweiz. Das freut nicht alle. Schafhalter haben Angst um ihre Tiere, Wanderer fürchten sich vor dem Bären. Anderseits freuen sich Förster und Naturschützer über gesunde Wälder. Der WWF hilft mit verschiedenen Projekten, damit das Zusammenleben mit Grossraubtieren konfliktarm funktioniert.

Die grossen Jäger kehren zurück

«Bär, Wolf und Luchs gehören zur einheimischen Fauna der Schweiz. Sie spielen eine zentrale Rolle im Gleichgewicht unserer Natur.»

Wolf, Bär und Luchs gehören zur einheimischen Fauna der Schweiz und der anderen Alpenländern. Sie spielen eine zentrale Rolle im ökologischen Gleichgewicht. Das ist wichtig für die Natur: So jagen beispielsweise Wölfe vermehrt schwache und kranke Tiere und stärken damit den Gesamtbestand der Beutetierarten. Beutetiere passen ihr Verhalten an die Luchspräsenz an, was dem Wald zugutekommt. Bären räumen mit Aas auf und tragen so zur Verhinderung von Krankheiten bei. In den letzten Jahrhunderten haben die exzessive Nutzung der Wälder , die unkontrollierte Jagd auf Wildtiere und letztlich die gezielte Verfolgung von Wolf, Bär und Luchs vor gut 100 Jahren zur Ausrottung der drei Grossraubtierarten geführt. Heute haben sich Wald und Wild dank verschiedenen Umweltschutzmassnahmen erholen können. Deshalb wären eigentlich die Lebensgrundlagen für die Grossraubtiere heute wieder nachhaltig vorhanden.

Doch Bär, Wolf und Luchs haben es schwer, im grenzübergreifenden Alpenraum Fuss zu fassen. Noch immer sind die Alpenpopulationen dieser Arten stark gefährdet. Die Schweiz alleine ist zu klein, um überlebensfähige Bestände zu beherbergen. Sie ist aber als zentrales Alpenland neben potenziellem Lebensraum auch ein wichtiger Korridor zwischen den West- und Nordalpen. Der WWF setzt sich dafür ein, dass in den Alpenländern langfristig überlebensfähige Populationen von Bär, Wolf und Luchs existieren.

Unser Einsatz für die Grossraubtiere

Rund 190 Luchse leben seit ihrer Wiederansiedlung 1971 mittlerweile in der Schweiz. Vor allem im Alpenraum, aber auch im Jura. Er ist das am meisten verbreitete Grossraubtier in der Schweiz.

 

Gerade in den Bereichen Landwirtschaft, Jagd und Tourismus ist die Schweiz neben anderen Alpenländern bislang noch ungenügend auf die Rückkehr von Grossraubtieren ausgerichtet. So werden Nutztiere grösstenteils ungeschützt auf den Alpen gesömmert und sind daher Angriffen von Raubtieren ausgesetzt. Das fördert eine ablehnende Haltung durch die betroffenen Interessensgruppen.

Die primäre Bedrohung für Bär, Wolf und Luchs sind die mangelnde Akzeptanz bestimmter Sektoren und Interessensgruppen zum Beispiel aus der Landwirtschaft oder der Jagd. Der Widerstand besteht gegenüber den Grossraubtieren selber oder gegenüber konfliktmindernden Massnahmen. Dies führt letztlich zu offiziell bewilligten Abschüssen oder zur Wilderei. 2016 wurdenin der Schweiz zehn Wölfe legal geschossene, einer irrtümlich und sechs Tiere wurden gewildert. Die Dunkelziffer ist unbekannt.

Der WWF setzt sich dafür ein, dass ein Zusammenleben mit den Grossraubtieren langfristig im grenzübergreifendem Alpenraum funktioniert. Ein konfliktarmes Nebeneinander von Grossraubtieren und Menschen soll durch die Umsetzung geeigneter Massnahmen, zum Beispiel durch Herdenschutz, gesichert werden. Ebenso wichtig ist das Fördern der Akzeptanz von Grossraubtieren als wichtiges Element einer natürlichen Fauna in der Schweiz. Mit Informationskampagnen oder Schulbesuchen klären wir die Bevölkerung über die Bedeutung der Raubtiere für Natur und Mensch auf. Und weiter setzt sich der WWF politisch auf allen Ebenen für einen nachhaltigen Umgang und Schutz der Grossraubtiere in der Schweiz und in den Alpenländern ein.

Keine Angst vor Herdenschutzhund, Wolf und Bär

Der Alpenraum wird nicht nur von Landwirten genutzt, sondern auch für den Tourismus und als Naherholungsgebiet. Wanderer, Biker und Bergsteiger tummeln sich auf dem dichten Wegnetz. Damit Begegnungen mit Herdenschutzhunden oder gar Wölfen und Bären ohne Zwischenfälle ablaufen, hat der WWF Tipps für das richtige Verhalten zusammengestellt. Am wahrscheinlichsten ist, dass Sie bei Ihrer Freizeitaktivität auf Herdenschutzhunde treffen:

  • Bleiben Sie ruhig, wenn die Herdenschutzhunde bellen, und versuchen Sie, die Herde zu umgehen und möglichst wenig zu stören.
  • Provozieren Sie nicht mit Stöcken und schnellen Bewegungen. Nehmen Sie Ihren eigenen Hund an die Leine. Biker und Jogger: Halten Sie an, und gehen Sie langsam an der Herde vorbei.
  • Streicheln und füttern Sie die Herdenschutzhunde nicht, und spielen Sie nicht mit ihnen. Ignorieren Sie die Schutzhunde, wenn sie Ihnen beim Weitergehen folgen.

Wölfe und Bären meiden die Begegnung mit Menschen. Wie Sie dazu beitragen können, dass das so bleibt, und wie Sie sich verhalten sollen, falls Sie trotzdem auf einen Bären treffen, zeigt Ihnen unser Video:

Keine Angst vor Bären - mit den Tipps vom WWF sicher unterwegs im Bärenland

Was Sie tun können

Die Grossraubtiere sind wichtige Puzzleteile im gesamten Ökosystem der Schweiz. Damit der WWF sich weiter mit Projekten und auf politischer Ebene für Wolf, Bär und Luchs einsetzen kann, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Unterstützen Sie uns mit einer Spende für den Wolf. Adoptieren Sie einen Braunbären. Oder unterstützen Sie die Bergbauern als Freiwillige mit einem Einsatz.

Ich helfe dem Wolf

CHF Ihr Spendenbeitrag
Der eingegebene Betrag ist tiefer als der Mindestbetrag von CHF
Der eingegebene Betrag ist höher als der Maximalbetrag von CHF

Mit Ihrer Spende setzen wir uns für die Rückkehr des Wolfs ein.

Braunbär-Adoption

Mit der symbolischen Adoption schützen Sie den Lebensraum des Braunbärs und erhalten ein Plüschtier sowie ein Steckbrief.

Freiwilligenarbeit

Setzen Sie sich aktiv für unsere Natur und Umwelt ein und wählen Sie aus verschiedenen Freiwilligen-Einsätzen aus.