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Matécho Wald in French Guiana
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10. September 2020

Für einen lebendigen Planeten: der «Living Planet Report»

Der «Living Planet Report» zeigt ein erschreckendes Bild des Zustandes unserer Erde: Die Vielfalt des Lebens schwindet. Die im Report untersuchten Bestände von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Fischen sind zwischen 1970 und 2016 um durchschnittlich 68 Prozent zurückgegangen. Doch wir haben es noch in der Hand, das Blatt zu wenden.

Die Bestände von Fischen, Vögeln, Säugetieren, Amphibien und Reptilien sind zwischen 1970 und 2016 um durchschnittlich 68 Prozent zurückgegangen

Der Living Planet Report wird seit 20 Jahren vom WWF gemeinsam mit führenden Wissenschaftlern und weiteren Organisationen erstellt. Veränderungen in der Natur wurden registriert und das Aussterberisiko von verschiedenen Arten untersucht. Das Resultat: Die Bestände von Fischen, Vögeln, Säugetieren, Amphibien und Reptilien sind zwischen 1970 und 2016 um durchschnittlich 68 Prozent zurückgegangen. Gründe dafür sind hauptsächlich der Verlust von Lebensraum, illegale Jagd oder nicht nachhaltige Landwirtschaft.

Zu den gefährdeten Arten gehört beispielsweise der Östliche Flachlandgorilla, dessen Bestände im Kahuzi-Biega-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo zwischen 1994 und 2015 um schätzungsweise 87 Prozent zurückgegangen sind – hauptsächlich wegen illegaler Jagd. Oder der Afrikanische Graupapagei im Südwesten Ghanas, dessen Bestände zwischen 1992 und 2014 um bis zu 99 Prozent zurückgegangen sind. Gründe dafür sind Fänge für den Handel mit Wildvögeln und Lebensraumverlust. Im Süsswasser lebende Wildtierpopulationen haben einen Rückgang von 84 Prozent erlitten, das ist der stärkste durchschnittliche Populationsrückgang aller Ökosysteme. Ein Beispiel ist der Chinesische Stör, dessen Laichpopulation zwischen 1982 und 2015 wegen neu gebauter Staudämme im Jangtse-Fluss um 97 Prozent zurückgegangen ist.

«Der gravierende Rückgang der Bestände wildlebender Tierarten ist ein Warnsignal unseres Planeten für ein totales Systemversagen.»

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Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz

Der WWF fordert dringende Massnahmen, um diesen Trend bis 2030 umzukehren. Dazu muss die Zerstörung der natürlichen Lebensräume enden und unser Ernährungssystem ändern. Denn es gibt auch Positives zu berichten: Beispielsweise hat sich die Zahl der Buckelwale, der Pandas und der Tiger in den letzten Jahren erholt. Diese guten Nachrichten müssen zur Norm werden. Wir können unser Zuhause zu einem lebenswerten Ort für uns und die nachfolgenden Generationen machen.

Warum die Vielfalt schwindet:

Lebensräume verschwinden

Die Regenwälder sind das zu Hause für unzählige Tiere und Pflanzen. Sie wandeln Kohlendioxid in lebenswichtigen Sauerstoff um und regulieren das Klima. Die letzten 50 Jahre haben wir 20 Prozent der Regenwälder verloren. Die Gründe sind Holzschlag, Landwirtschaft und Infrastruktur-Projekte beispielweise für Städte oder Minen.

10 Prozent aller bekannten Lebewesen leben in Flüssen, Seen und Feuchtgebieten. Dabei machen diese Lebensräume weniger als 1 Prozent der Erdoberfläche aus. Verschmutzung, hoher Wasserverbrauch und Dämme bedrohen sie. Und das ist auch bedrohlich für uns: Unser Trinkwasser und unsere Lebensmittel hängen vom Süsswasser ab. Zeit zu Handeln!

Wildtier-Handel

Der Handel mit Wildtieren ist ein riesiges Geschäft: Ihr Fell, ihre Knochen oder ihre Gliedmassen – darauf haben es die Wilderer abgesehen. Sie bringen auf dem Schwarmarkt viel Geld ein. Ein trauriges Resultat: Im letzten Jahrhundert haben wir etwa 90 Prozent der afrikanischen Elefanten verloren.

Intensiver Ackerbau

Wie wir unser Essen anpflanzen hat Auswirkungen auf die Qualität des Bodens. Und auch auf die weltweite Artenvielfalt. Der Einsatz von Pestiziden und Dünger etwa hat zu einem dramatischen Rückgang von Bienen und anderen Insekten geführt. Das ist bedenklich, denn Bienen bestäuben 75 Prozent der Pflanzen, die wir essen. Ohne Bienen sieht es auch schlecht aus für uns.

Klimawandel

Durch den menschengemachten Klimawandel schmilzt beispielsweise das Eis in der Arktis. Eisbären und Walrösser, die auf das Eis angewiesen sind bei Ihrer Nahrungssuche, verlieren sprichwörtlich Ihre Lebensgrundlage. Permafrostböden tauen auf und setzen zusätzlich Kohlendioxid frei. Dies sind nur wenige Problemfelder, die sich aus der Erderhitzung ergeben.

Überfischung

Jedes Jahr werden Millionen Tonnen Fisch aus den Weltmeeren gefischt. Teilweise leider so viele, dass sich die Bestände nicht mehr erholen können. Viele Populationen stehen vor dem Kollaps. Eine weitere Bedrohung für die Meere ist auch die Plastikverschmutzung, die sich durch den gesamten marinen Lebensraum zieht. Ein trauriger Fakt: In 90 Prozent der Seevögel können bereits Plastikpartikel nachgewiesen werden.

Was der WWF macht

Die Arbeit des WWF hat zum Ziel, unseren Kindern einen lebenswerten Planeten zu übergeben. Deshalb sind wir heute gefordert, die richtigen Entscheide für morgen zu treffen. Weltweit arbeiten wir daher mit Nachdruck in diesen Bereichen:

Was Sie tun können

Unterstützen Sie die Arbeit des WWF für eine Zukunft, in der auch kommende Generationen einen lebensfähigen Planeten mit gesunder Natur erleben können. Im WWF-Magazin lesen Sie viermal jährlich über die Entwicklungen in den Projektregionen. Sie lernen bedrohte Arten kennen und finden Konsumenten-Tipps für ein umweltbewusstes Verhalten im Alltag.

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Panda liegt auf Baum

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