Strassenverkehr

Verkehr – kürzere Wege, ökologischer unterwegs

Der Verkehr ist der grösste Klimasünder der Schweiz. Er verursacht 33 Prozent der Treibhausgase, ohne internationalen Flugverkehr aus der Schweiz. Die daraus entstehenden Kosten für Umwelt, Gesellschaft und nachfolgende Generationen sind enorm. Denn Mobilität ist heute viel zu günstig und wird zu leichtfertig konsumiert.

Verkehr ist Hauptklimasünder

Verkehr
Haushalte
Industrie
Landwirtschaft
Dienstleistungen
Abfall

Treibhausgasemissionen nach Sektoren in Millionen Tonnen CO2-Äquivalent

Schweizerinnen und Schweizer sind sehr mobil – täglich legen wir durchschnittlich 36,8 Kilometer zurück, davon zwei Drittel im Auto. Hierzulande besitzen denn auch fast 80 Prozent der Haushalte einen Personenwagen. Die Mobilität hat aber eine Kehrseite: Der Verkehr ist der grösste Treibhausgasverursacher der Schweiz. Rund ein Drittel der Treibhausgase entstehen durch den Verkehr. Davon gehen zwei Drittel auf das Konto von Personenwagen.

Der Ausstoss von Treibhausgasen des Verkehrssektors ist zwischen 1990 und 2015 um 4 Prozent gewachsen – statt zu sinken. Und die Emissionen sinken bis heute weiterhin kaum, obwohl dank dem technischen Fortschritt die Motoren effizienter geworden sind. Denn sowohl die Anzahl Fahrzeuge in der Schweiz als auch die durchschnittlich mit dem Auto gefahrenen Kilometer pro Person nehmen jährlich zu. Dieser Trend ist für das Klima katastrophal.

Mobilität ist zu günstig

Anzahl Personenwagen im 2016

Autofahren ist in der Schweiz viel zu günstig. Denn die negativen Auswirkungen des Individualverkehrs wie Luftverschmutzung, Klimaschädigung und Lärm haben hohe Kosten zur Folge. Diese werden jedoch nicht von den Verursachern getragen, sondern auf die Allgemeinheit abgewälzt – die entstehenden Folgeschäden müssen nicht von den Autofahrern berappt werden. Weil die Autofahrer nicht die vollen Kosten der Mobilität zahlen müssen, haben sie auch wenig Anreiz, effizientere Autos zu kaufen, Fahrten zu reduzieren oder die Auslastung der Fahrzeuge zu erhöhen. Die Schweizerinnen und Schweizer benutzen ihr Auto also mehr, weil die Allgemeinheit einen Teil der Kosten bezahlt.

Wenn wir immer mehr unterwegs sind, leidet nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Lebensqualität. Kurze Wege, emissionsfreie Antriebe und Vorfahrt für Fussgänger, Velofahrerinnen und öffentlichen Verkehr – das macht die Mobilität der Zukunft aus.

Ökologische Konzepte sind dringend nötig

Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2023 bis zu 35 Prozent der Neuwagen teil- oder vollelektrisch fahren werden. 

Eine zukunftsfähige Mobilität ist für den WWF eine Mobilität der kurzen Wege, das heisst, mit einem deutlich geringeren Verkehrsaufwand als heute. Dazu gehören Preise für den Verkehr, die den wahren Kosten entsprechen, zielführende Vorschriften, die Förderung neuer Technologien und intelligente Verkehrskonzepte.

Dass heute fast 80 Prozent der Schweizer Haushalte ein Auto besitzen, ist nicht nur teuer und umweltschädlich, sondern auch sehr ineffizient. Carsharing ersetzt den Autobesitz. So können Kosten geteilt werden, und der Platzbedarf für Parkplätze sinkt. Ausserdem wird weniger Treibstoff verbraucht und CO2 ausgestossen, weil man öfter auf Alternativen zurückgreift, wenn man ein Auto mit anderen teilt. Experten gehen davon aus, dass die Nutzung von Carsharing zunehmen wird, denn nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie werden geschont.

Auch Elektrofahrzeuge können ein Teil der Lösung sein, denn sie reduzieren die Abhängigkeit vom Erdöl und senken den CO2-Ausstoss massiv. Zudem kann dank höherem Wirkungsgrad der Elektromotoren eine bessere Effizienz im Verkehr erreicht werden. Elektroautos sind allerdings nur dann umweltfreundlich, wenn sie nicht zu gross dimensioniert sind und der dafür genutzte Strom erneuerbar ist. Wenn wir also in der Schweiz künftig vermehrt auf Elektromobilität setzen wollen, müssen wir auch die erneuerbare Stromproduktion entsprechend stärker ausbauen.

Die Elektromobilität ist eine Chance für die Ökologisierung des Verkehrssektors.

Anpassungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen

Neben innovativen Ansätzen und technologischen Fortschritt braucht es auch politische Vorstösse, um den Verkehr klimafreundlicher zu gestalten. So wird heute auf fossile Treibstoffe wie Benzin oder Diesel keine CO2-Abgabe erhoben, wie sie für fossile Brennstoffe existiert. Dabei wäre das dringend nötig. Mit einer ausreichend hohen CO2-Abgabe auf Treibstoffe würde der Preis der Mobilität näher an die tatsächlichen Kosten rücken. Zudem würde der Anreiz erhöht, effizientere Autos zu kaufen und weniger zu fahren.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Obergrenzen für CO2-Emissionen für neu in Verkehr gesetzte Autos und Lieferwagen kontinuierlich weiter gesenkt werden. Mit der Energiestrategie 2050 des Bundes liegt die gesetzliche Grenze ab dem Jahr 2021 bei 95 Gramm CO2 pro Kilometer.

Verantwortungsbewusste Mobilität – so gehts

In unseren Tipps lesen Sie, wie Sie sich ökologisch fortbewegen können.

Was Sie sonst noch tun können

Finden Sie mit unserem Footprint-Rechner heraus, wie gross Ihr ökologischer Fussabdruck ist und wie Sie ihn senken können. Als WWF-Mitglied unterstützen Sie zudem unsere Arbeit im Klima-Bereich, so dass wir uns für klimafreundliche Rahmenbedingungen und umweltschonende Verkehrskonzepte stark machen können.

Footprint-Rechner

Ermitteln Sie Ihren persönlichen ökologischen Fussabdruck und lassen Sie sich von individuellen Tipps inspirieren.

WWF-Mitgliedschaft

Als WWF-Mitglied sind Sie Teil unseres grossen Netzwerks: Über 5 Millionen Menschen rund um den Globus unterstützen unsere Projekte.