Flugzeug mit Kondensstreifen

Flugverkehr

Nur rund fünf Prozent aller Menschen haben je ein Flugzeug bestiegen. Doch diese Minderheit verursacht enorme Emissionen: Ein einziger Urlaubsflug kann das Klima stärker aufheizen als ein Jahr lang Auto fahren und das Haus mit Erdöl heizen zusammen. Der Flugverkehr ist zudem einer der am schnellsten wachsenden Verursacher von Treibhausgasen und wird in der Schweiz mittelfristig zum klimaschädlichsten Sektor überhaupt.

Den Preis fürs Fliegen zahlt das Klima

Klimaeffekt nach Verursachern

Verkehr27%
Industrie16%
Haushalte15%
Luftfahrt18%
Landwirtschaft12%
Dienstleistung7%
Abfall5%

Stand 2015

Global hat sich der Flugverkehr seit 1990 fast verdreifacht und legt weiterhin Jahr für Jahr um fünf Prozent zu. Schweizerinnen und Schweizer sind extreme Vielflieger. Im Vergleich zu unseren Nachbarländern besteigen wir doppelt so häufig ein Flugzeug. Denn fliegen ist extrem günstig geworden, und immer mehr Menschen können es sich leisten. Für das Klima hat diese Art der Mobilität jedoch einen sehr hohen Preis. Die Fliegerei ist weltweit für knapp fünf Prozent des menschengemachten Klimaeffekts verantwortlich, in der Schweiz sogar für über 18 Prozent. Geht die Entwicklung so weiter wie bisher, wird dieser Anteil bis 2020 auf fast 22 Prozent anwachsen.

Fliegen ist heute sehr erschwinglich und gehört immer mehr zu einem weit verbreiteten Lifestyle, der von Schnelllebigkeit und Mobilitäts-Bedürfnissen geprägt ist. Nicht nur technische Fortschritte oder harte Konkurrenz sind für die tiefen Flugpreise verantwortlich. Der Flugverkehr trägt die verursachten Umweltkosten nicht selber, sondern überlässt sie der Allgemeinheit. Im Gegensatz zum Auto- oder Bahnverkehr zahlt der Sektor nämlich keinen Beitrag an den Klimaschutz und ist zusätzlich sogar steuerbefreit: Fluggesellschaften entrichten keine Mineralölsteuern auf Kerosin und die Passagiere zahlen keine Mehrwertsteuer. Flughäfen sind zudem meist mithilfe billiger oder kostenloser Staatsdarlehen erbaut worden. Die Luftfahrt wird also schon seit Jahren direkt oder indirekt subventioniert und belastet das Klima unvermindert weiter.

Die Schweiz – ein Volk von Bahnfahren? Leider nein, wir legen im Schnitt viel mehr Kilometer im Flugzeug zurück. Und ignorieren dabei gern, dass ein Kilometer im Flugzeug das Klima 30 Mal so stark belastet wie ein Kilometer im Zug.

Die Zeit zum Handeln ist jetzt

Flugpassagiere in der Schweiz

Millionen Flugpassagiere

Quelle: Bundesamt für Statistik

Als Land der Vielflieger muss die Schweiz mehr Verantwortung für den klimaschädigenden Flugverkehr übernehmen. Neben der Steigerung der Energieeffizienz braucht es Massnahmen, um den Flugverkehr zu reduzieren. Der WWF setzt sich für die folgenden Ziele ein:

  • Um die Anzahl Flüge zu vermindern, braucht es eine Begrenzung des Flugangebots mit Nachtflugverbot.
  • Damit Fliegen einen verursachergerechten Preis erhält, braucht es auf Flugtickets eine Klima-Abgabe. Mit dem Erlös könnte die Schweiz zum Beispiel ihren Anteil an der internationalen Klima-Finanzierung leisten. In Deutschland, Österreich und Grossbritannien funktioniert ein solches Anreizsystem bereits. 
  • Auch auf Flugreisen ist Mehrwertsteuer zu zahlen.
  • Auf internationaler Ebene braucht es endlich ein verbindliches Abkommen, das die Emissionen des Flugverkehrs regelt. Das geplante Abkommen «Corsia» der Uno-Luftfahrtbehörde ist dafür zu schwach: Statt Emissionen zu reduzieren, sollen sie nur kompensiert werden. Und auch das nur zu einem kleinen Teil mit unklaren Anforderungen an die Kompensations-Zertifikate und erst ab 2021. Wir setzen uns für ein strengeres System ein, damit Klimaschutz im Flugverkehr nicht nur heisse Luft bleibt.

Klimaverträglichere Alternativen

Klimaverträglich ist nur der Verzicht aufs Fliegen. Gerade für Kurzstreckenflüge – über 80 Prozent der Schweizer Passagiere steuern Ziele in Europa an – gibt es eine klimaverträglichere und oftmals schnellere Alternative, nämlich Zug oder Bus. Noch besser ist es, eine Reise zu vermeiden. Mit den heutigen Möglichkeiten für Telefon- und Videokonferenzen sind Flüge zu Geschäftspartnern oft gar nicht mehr nötig.

Was Sie tun können

Um die Umwelt zu schonen ist es sinnvoll, wenig oder gar nicht zu fliegen. Es gibt aber noch eine Menge anderer sinnvoller Tips, wie Sie Ihren Alltag klimafreundlich gestalten können. Wie das geht, erfahren Sie in unseren Umwelt-Tipps. Oder werden Sie WWF-Mitglied, dann leisten Sie einen wertvollen Beitrag an unsere Arbeit, damit wir unter anderem den Klimaschutz vorantreiben können.

Umwelt-Tipps

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