Fische und Meeresfrüchte auf einem Markt in Japan

Fische und Meeresfrüchte

Jährlich verspeisen Schweizerinnen und Schweizer knapp 9 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte. Für die gesamte Schweiz liegt der Gesamtkonsum damit bei über 75'000 Tonnen. Das belastet den Lebensraum Meer. Bewusster Konsum hilft, die angeschlagenen Bestände von Fischen und Meeresfrüchten zu schonen.

In den letzten 25 Jahren stieg der Konsum von Fisch und Meeresfrüchten in der Schweiz um rund 60 Prozent an. Um mit unserem Appetit Schritt zu halten, fischen wir Menschen mittlerweile mehr, als die Meere eigentlich hergeben. Die Fischbestände können sich nicht mehr erholen. Langfristig werden wir dadurch immer weniger Fisch konsumieren können. Auch bringt der Verlust einzelner Fischarten das gesamte Ökosystem Meer durcheinander und gefährdet in einer Kettenreaktion das Überleben anderer Meerestiere. Überfischung ist neben der Klimaerwärmung die zweite grosse Bedrohung für unsere Meere.

Unsere Ozeane bedecken etwa 70 Prozent der gesamten Erdoberfläche. Mehr zu diesem einzigartigen Ökosystem im Video «Welt in Zahlen» (auf deutsch)

Woher kommt der Fisch?

Fisch-Bestände vor dem Kollaps

Knapp 90 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände in den Weltmeeren sind überfischt oder stehen kurz davor.

97 Prozent der Fische und Meeresfrüchte, die auf Schweizer Tellern landen, werden importiert. Zu den beliebtesten gehören Thunfisch, Crevetten oder Pangasius. Das sind Fische aus Regionen, in denen breite Bevölkerungsgruppen vom Fischfang abhängen. Solche Fische zu konsumieren ist nicht per se schlecht: Wenn der Fisch aus nachhaltiger Quelle stammt, trägt der Konsument zur Sicherung der Fisch-Bestände in den Weltmeeren bei. Und sichert die Lebensgrundlage von 800 Millionen Menschen, für die Fisch eine der wichtigsten Einkommens- und Nahrungsquellen ist. Aber nicht nur wildgefangener Fisch, auch Fische aus Zuchtproduktion sind bedenklich, weil Zuchtfische mit Fischmehl oder Fischöl gefüttert werden. Paradoxerweise wird in der konventionellen Zucht oft mehr Fisch zur Fütterung verbraucht, als gewonnen wird. In den letzten Jahren konnte die Effizienz bei der Fütterung zwar erheblich verbessert werden. So werden pro Kilo Lachs nicht mehr 4 Kilogramm Fisch aus Wildfang verbraucht, sondern durchschnittlich weniger als 1,2 Kilogramm. Aber solange Fischöl und Fischmehl für die Fütterung nicht aus nachhaltiger Fischerei stammt, bleibt der Druck auf die Wildbestände bestehen.

Die Fischerei muss nachhaltiger werden

Schutzgebiete und bewusster Konsum

Weltweit engagieren wir uns für Schutzgebiete, in denen Fischfang nachhaltig betrieben wird. Nur wenn es uns gelingt, die sensibelsten Gebiete zu schützen und eine sozialverträgliche, auch ökologisch-nachhaltigere Bewirtschaftung zu erreichen, werden wir die Meere und deren Reichtum noch lange nutzen können.

Aber nicht nur die Arbeit des WWF, sondern auch Ihre Kaufentscheidung entscheidet mit, wie es in Zukunft um die Meeresbewohner steht. Wir haben Ihnen die wichtigsten Tipps hier zusammengestellt.

Was Sie ausserdem tun können

Falls kein Label vorhanden ist, dann hilft Ihnen unser Fisch-Ratgeber, die richtige Entscheidung zu treffen. Die WWF-App bietet Orientierung mit einem Ampelsystem zu über 100 Fisch- und Meeresfrüchte-Arten. Als WWF-Mitglied helfen Sie, die Meere und deren Bewohner für kommende Generationen zu schützen.

 

WWF-Ratgeber-App

In der Ratgeber-App erhalten Sie praktische Umwelt-Tipps für ein bewusstes Leben wie Informationen zum Einkauf, saisonale Rezepte und vieles mehr.

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