Installierte Solaranlage auf Dach

Solarenergie

Die Sonnenenergie übertrifft den Energiebedarf der gesamten Menschheit um ein Mehrfaches, sie ist umweltfreundlich und unerschöpflich. Der WWF ist überzeugt, dass sich die Investition in Solarenergie lohnt und setzt sich auf politischer Ebene für optimale Rahmenbedingungen ein.

Umweltfreundlich und unerschöpflich

Erfolgsgeschichte Solarstrom: Weltweit wird schon seit 2007 mehr elektrische Leistung aus Solarzellen gewonnen als aus Atomkraftwerken. Und seitdem hat sich die installierte Solarleistung um das 60-fache erhöht. Solarstrom ist unerschöpflich, umweltfreundlich und ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Stromversorgung der Schweiz und der Welt. Heute wird in der Schweiz im Vergleich mit Vorreitern wie Deutschland oder Italien noch recht wenig Strom aus Sonnenenergie gewonnen. Bezogen auf die Menge des gesamtschweizerisch verbrauchten Stroms sind es aktuell (2016) rund 2,3 Prozent. Gemäss Studien des WWF ist hier jedoch ein beträchtliches Potenzial vorhanden: Bis ins Jahr 2035 ist eine Erhöhung von aktuell 1,3 auf 15,3 Terawattstunden (TWh) realistisch.

Heute wird in der Schweiz noch vergleichsweise wenig Strom aus Sonnenenergie gewonnen. Hier ist ein beträchtliches Potential vorhanden.

Strom auch im Winter

Ertrag aus Photovoltaik

kWh pro Monat in Winterthur
kWh pro Monat in Jeizinen

Erwartete Stromproduktion einer Photovoltaik-Anlage mit einem Kilowatt (kW) im Mittelland (Winterthur) mit 33° Neigung und einer gleichen Anlage in den Alpen (in Jeizinen, Wallis) auf 2300 m Höhe mit 58° Neigung. Die
Gesamtproduktion beträgt im Mittelland 940 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. In den Alpen liegt sie mit 1320 kWh pro Jahr um 40 Prozent höher. Beachtlich ist die hohe Produktion der Anlage in den Alpen in den Monaten Oktober bis April. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2011. Die tatsächlichen Werte dürften heute höher liegen. Die Verhältnisse der Erträge zueinander stimmen aber weiterhin.

Pro Quadratmeter können in der Schweiz jährlich etwa 1100 Kilowatt-Stunden (kWh) Sonnenenergie gewonnen werden. Der Wirkungsgrad für die Umwandlung der eintreffenden Sonnenenergie in Wechselstrom beträgt je nach eingesetzten Komponenten zwischen 6 und 20 Prozent. Mit einer durchschnittlichen horizontalen Sonneneinstrahlung von rund 1100 kWh/m2 hat die Schweiz bessere Bedingungen für die Photovoltaik als Deutschland. In den Alpen erreichen wir mit bis zu 1600 kWh/m2 sogar spanische Verhältnisse. Die Alpen punkten aber nicht nur mit sehr hohen Einstrahlungswerten, sondern auch mit hohen Erträgen im Winter: Während Photovoltaik-Anlagen im Mittelland im Winter halb so viel Energie wie im Sommer liefern, lässt sich im Alpenraum in der kalten Saison gleich viel Strom wie im Sommer produzieren. Mehr vom besonders wertvollen Winterstrom liefern Anlagen in Ost- oder Westausrichtung sowie vertikal installierte Module, z. B. an Fassaden.

Solarwärme für Gebäudeheizung und Warmwasser

Solarthermische Anlagen erzeugen keinen Strom, sondern Nutzwärme: für den Heizwärme- und Warmwasserbedarf von Gebäuden, für industrielle Prozesse oder für Nahwärmenetze. Weil in der Schweiz heute noch ein Grossteil der Gebäude mit klimafeindlichen fossilen Brennstoffen – Heizöl und Erdgas – erwärmt wird, kann Solarthermie hier einen besonderen Beitrag an den Klimaschutz leisten: Jedes Einfamilienhaus, das künftig nicht mehr mit einer Ölheizung, sondern zum Beispiel mit einer Kombination aus Holzfeuerung und Solarkollektoren erwärmt wird, senkt seinen CO2-Ausstoss um mehr als vier Tonnen pro Jahr. In neuen, effizienten Gebäuden kann Solarthermie den Wärmebedarf sogar komplett decken. 

Sonnenenergie ist nicht nur ertragreich, sie bietet auch weitere Vorteile. Wenn Anlagen auf Gebäuden installiert werden, ergeben sich fast keine Eingriffe in die Landschaft: Der Natur- und Artenschutz kann gewahrt werden. Weiter kann mit Solarzellen fast jeder Hausbesitzer selber zum Energieerzeuger werden. Und nicht zuletzt entstehen beim Betrieb der Anlagen weder Luftschadstoffe noch CO2.

Gebäudesanierung und Installation Solaranlage. Fachkurs: Solar.
Gebäudesanierung und Installation Solaranlage. Fachkurs: Solar.
Gebäudesanierung und Installation Solaranlage. Fachkurs: Solar.

Handwerker installieren eine Solaranlage auf einem Einfamilienhaus

Gebäudepark nutzen, Grünflächen freilassen

«Rund ein Drittel des heutigen Stromverbrauchs der Schweiz könnte problemlos mit Solarenergie gedeckt werden.»

Die Firma Meteotest hat 2017 die für die Solarenergieproduktion geeigneten Schweizer Dachflächen und Fassaden analysiert und ein jährliches Potenzial von rund 10 TWh Solarwärme und 20 TWh Solarstrom zusammen oder 30 TWh Solarstrom allein errechnet. Das ist aufs Jahr gesehen ein Drittel (bei 20 TWH) bzw. die Hälfte (bei 30TWh) des heutigen Stromverbrauchs. Dazu kommen neu gebaute Dächer und weitere gut nutzbare Flächen auf Schallschutzwänden, Lawinenverbauungen und Stauseemauern: Sie sind in dieser Rechnung nicht einmal berücksichtigt.

In erster Linie sollen die riesigen Flächen auf Dächern und an Fassaden genutzt werden. Neubauten sollen solaroptimiert gebaut werden und Flächen für Photovoltaik (zur Stromgewinnung) und Solarthermie (zur Wärmegewinnung) vorsehen. Auch ist die Nutzung von Flächen auf und entlang von Infrastrukturbauten wie Lärmschutzwänden, Mittelstreifen bei Autobahnen, Lawinenverbauungen und Parkplätzen sinnvoll.

Bei Freiflächen von ehemaligen Militär-, Industrie- oder Gewerbeflächen, die heute brachliegen und nicht für andere Zwecke genutzt werden können, kann der Bau von Solaranlagen ebenfalls erwogen werden. Das Gleiche gilt für die Nutzung von nicht natürlichen Wasseroberflächen und bei der Nutzung von eingezäunten Grünstreifen entlang von Autobahnen oder Zugstrecken. Solche Flächen bieten Potenzial für grosse Einzelanlagen, mit denen billig Solarstrom produziert werden kann. Das Gesamtpotenzial ist im Vergleich zu einfacher erschliessbaren Flächen aber gering.

Die Nutzung von Grünflächen, insbesondere von Landwirtschaftsflächen, für Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen ist zwar nicht sinnvoll. Falls aber solche Flächen zur Energiegewinnung verwendet würden, ist die Photovoltaik eine deutlich effizientere und sinnvollere Art der Nutzung als der Anbau von Energiepflanzen für Strom aus Biomasse.

Das Märchen von der Kostenexplosion

Führt der von den Umweltverbänden geforderte beschleunigte Ausbau nicht zu einer Kostenexplosion? Diese Frage taucht in der Debatte um Solarenergie immer wieder auf. Sie lässt sich mit einem klaren Nein beantworten. Berücksichtigt man auch die entstehenden bzw. vermiedenen Umweltschäden, dann ist Solarstrom für die Gesellschaft schon heute günstiger als Kohle- oder Atomstrom. Zudem sind die Kosten von Solarstrom massiv gesunken: Photovoltaik-Module kosten nur ein Fünftel des Preises von 2008 – und gar nur ein Prozent des Preises von 1976. Folgende Faktoren sind zentral für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit:

  • Solarstrom schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort. Aktuell fliessen rund die Hälfte der Ausgaben an lokale Bau- und Planungsfirmen. Durch die günstiger werdenden Materialkosten steigt der regionale Anteil schnell.
  • Solarstrom verringert die Importabhängigkeit

Solarenergie ist also auch aus wirtschaftlicher und nicht nur aus ökologischer Sicht die richtige Wahl. Weitere Gründe, weshalb die Investition in Solarenergie Sinn macht, haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Was Sie tun können

Nutzen Sie Ihre eigenen geeigneten Dach- und Fassadenflächen für die Erzeugung von Solarstrom und Solarwärme. Auf solarabo.ch finden Sie dazu Informationen. Wenn Sie kein eigenes Gebäude besitzen, können Sie sich an gemeinschaftlichen Solaranlagen beteiligen bzw. in Solarenergie investieren. Weiter können Sie unsere Arbeit fürs Klima mit einer Spende oder mit einer Mitgliedschaft unterstützen. Damit kann sich der WWF auf politischer Ebene für erneuerbare Energien einsetzen.

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