Urner Bär: Jetzt Bienen schützen

20 April 2017
In Silenen im Kanton Uri hat ein Bär ein Bienenhäuschen heimgesucht. Der Bär darf seine Scheu vor Menschen nicht verlieren. Deshalb rät der WWF dazu, erste Vorsichtsmassnahmen zu treffen.


Anfang Woche hat sich ein Bär an einem Bienenstand in Silenen im Kanton Uri bedient. Danach wurde das Bienenhäuschen mit einem Elektrozaun gesichert. Das ist notwendig, weil Bären oft dorthin zurückkehren, wo sie erfolgreich Nahrung gefunden haben. «Diese Massnahme war wichtig. Der Bär darf sich nicht daran gewöhnen, dass bei Bienenhäusern Nahrung zu finden ist», betont Joanna Schoenenberger, Bärenexpertin beim WWF Schweiz.
 
Ein scheuer Bär
Wichtig sei nun, dass der Bär neben Bienenhäusern auch Bauernhöfe oder Hütten meidet. «Bislang hat er sich unauffällig und scheu verhalten. Wir wollen, dass das so bleibt», sagt Schoenenberger. Der WWF Schweiz rät dazu, in der betroffenen Region Vorsichtsmassnahmen zu treffen, wie sie sich zum Beispiel im Münstertal im Kanton Graubünden bewährt haben. Konkret sollen Imker gefährdete Bienenstöcke mit einem Elektrozaun sichern.

Landwirte sollen kein Futter vor dem Haus oder vor dem Stall liegen lassen. Futtermittel müssen bärensicher aufbewahrt werden, zum Beispiel in dichten Metallbehältern (Holz und Plastik bieten keinen Schutz). Generell gilt, keine Futter- oder Essensreste in der Natur oder an Grillplätzen liegen zu lassen. «Der Bär darf seine Scheu vor Menschen nicht verlieren. Das ist seine beste Lebensversicherung», sagt Joanna Schoenenberger.


Kontakt:
Joanna Schoenenberger, Bären-Expertin WWF Schweiz, 079 377 49 76
Stefan Inderbitzin, Mediensprecher WWF Schweiz,
stefan.inderbitzin@wwf.ch, 079 720 50 92
 
Hinweis:
Die Jagdverwaltung des Kantons Uri hat Bilder zu ihrer Medienmitteilung vom Mittwoch zur Verfügung gestellt.
Braunbär
Braunbär.
© Wild Wonders of Europe / Staffan Widstrand / WWF

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